U21, DFB

Peinlicher EM-K.o. fĂŒr U21 verschĂ€rft deutsche Sorgen

28.06.2023 - 21:27:27

Die deutsche U21 scheitert klĂ€glich gegen England und ist bei der EM schon in der Vorrunde raus. Die Fans sind wĂŒtend, der Trainer tief enttĂ€uscht. Ein DFB-FunktionĂ€r zieht ein alarmierendes Fazit.

  • Nach dem Treffer der EnglĂ€nder zum 0:2 steht der deutschen Mannschaft die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

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  • Englands Cameron Archer (2.v.l.) jubelt nach seinem Tor zum 1:0. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

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  • Der erst 18-JĂ€hrige Nelson Weiper (r) erlebte einen enttĂ€uschenden Einsatz im letzten Gruppenspiel. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

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Nach dem Treffer der EnglÀnder zum 0:2 steht der deutschen Mannschaft die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. - Foto: Sebastian Kahnert/dpaEnglands Cameron Archer (2.v.l.) jubelt nach seinem Tor zum 1:0. - Foto: Sebastian Kahnert/dpaDer erst 18-JÀhrige Nelson Weiper (r) erlebte einen enttÀuschenden Einsatz im letzten Gruppenspiel. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Tief enttĂ€uscht rang Antonio Di Salvo um ErklĂ€rungen fĂŒr die EM-Blamage seiner deutschen U21-Nationalmannschaft, Yannik Keitel legte sich mit den wĂŒtenden Fans an.

Die deutsche Nachwuchs-Auswahl hat mit einem klĂ€glichen Auftritt gegen England ihr frĂŒhes EM-Scheitern besiegelt und zum ersten Mal seit zehn Jahren nicht die Vorrunde ĂŒberstanden. «Ich bin natĂŒrlich wahnsinnig enttĂ€uscht», sagte Di Salvo. «Wir waren heute einfach eine Klasse schlechter und haben verdient verloren.»

Seine Mannschaft verlor verdient mit 0:2 (0:2) gegen den Titelfavoriten und verpasste damit auch das Olympia-Ticket fĂŒr Paris 2024 - als Tabellenletzter. Rund ein halbes Jahr nach der WM-Blamage des A-Teams in Katar befeuerte das frĂŒhe Fiasko auch die schwere Krise des deutschen Fußballs weiter. «Als Fußball-Nation musst du anders auftreten», klagte Joti Chatzialexioi, der Sportliche Leiter Nationalmannschaften beim DFB. «Es hat sich heute nochmal gezeigt: Andere Nationen sind uns voraus.»

Fans machen ihrem Unmut Luft

Schon vor dem Abpfiff sangen deutsche Fans im Stadion: «Wir haben die Schnauze voll.» Mittelfeldspieler Keitel legte sich nach dem Abpfiff sogar kurz mit den wĂŒtenden AnhĂ€ngern an. «Letzten Endes hat es einfach als Mannschaft nicht gereicht», sagte er. Di Salvo gab nach den ernĂŒchternden EM-Leistungen seiner Elf zu: «Es war einfach nicht mehr drin.»

Gegen den deutschen Nachwuchs - angetreten als Titelverteidiger - erzielten vor 9587 Zuschauern Cameron Archer (4. Minute) und Harvey Elliott (21.) die Tore fĂŒr England. Nach chancenlosen 90 Minuten plus Nachspielzeit sagte Tom Krauß bei Sat.1: «Es tut einfach weh. Es ist schon ein QualitĂ€tsunterschied heute gewesen, das hat man brutal gesehen.»

Die DFB-Elf blamierte sich mit nur einem Punkt aus drei Spielen in der machbaren Vorrundengruppe. So schlecht war Deutschlands U21 bei einer EM-Teilnahme noch nie. Seit der EinfĂŒhrung der Gruppenphase holte das Team mindestens einen Sieg, wenn es qualifiziert war. Auch fĂŒr Di Salvo verlief das erste Turnier als Chefcoach nach der Erfolgs-Ära von Stefan Kuntz und dessen drei Final-Teilnahmen in Serie sowie zwei Titeln auf ganzer Linie ernĂŒchternd. «Eine Trainer-Diskussion wird es nicht geben», sagte Chatzialexiou ĂŒber Di Salvo, dessen Vertrag bereits vor dem Turnier bis 2025 verlĂ€ngert worden war. 

Angriff glĂŒcklos, Defensive fahrlĂ€ssig

FĂŒr das Weiterkommen hĂ€tte die deutsche Elf ohnehin ein kleines Fußball-Wunder gebraucht. Doch der Blick auf das Parallelspiel mit Hoffnungen auf einen Sieg Israels gegen Tschechien erĂŒbrigte sich frĂŒh. Sportdirektor Rudi Völler musste von der TribĂŒne aus zusehen, wie sich die ĂŒberforderte deutsche Abwehr ein ums andere Mal von den schnellen EnglĂ€ndern ausspielen ließ. Englands B-Elf mit insgesamt acht Neuen wirbelte nach Belieben. KapitĂ€n Yann Aurel Bisseck verhinderte zweimal in höchster Not noch Schlimmeres (26./33.)

Vorn mĂŒhte sich der erstmals in der Startelf stehende 18-jĂ€hrige Nelson Weiper vom FSV Mainz 05, wirklich zwingend wurde die Di-Salvo-Elf aber nicht. Der 44-JĂ€hrige breitete an der Seitenlinie ratlos die Arme aus. Im Sturmzentrum fehlte dem Coach erneut TorjĂ€ger Youssoufa Moukoko. Der 18-JĂ€hrige musste nach seinem enttĂ€uschenden EM-DebĂŒt und den rassistischen Beleidigungen gegen ihn wieder wegen muskulĂ€rer Beschwerden passen.

Die beste Nachricht war fĂŒr die deutsche Elf das Ergebnis. Auch nach dem Seitenwechsel hatte England Chancen fĂŒr weitere Tore, auch wenn der Nachwuchs des Vize-Europameisters einen Gang zurĂŒckschaltete. Bei Deutschland lief dagegen weiterhin wenig bis nichts zusammen. Die Partie plĂ€tscherte dem Ende entgegen. Die Hoffnung auf das Wunder war da beim deutschen Team ohnehin lĂ€ngst ErnĂŒchterung gewichen.

@ dpa.de