EVG fordert in Bahn-Tarifrunde 7,6 Prozent mehr
23.01.2025 - 13:58:56FĂŒr Schichtarbeiter will sie auĂerdem ein Zusatzgeld von 2,6 Prozent erstreiten, wie die Gewerkschaft mitteilte. Warnstreiks kommen auf FahrgĂ€ste vorerst aber nicht zu.
Ein Teil des Zusatzgeldes fĂŒr Schichtarbeiter soll in zusĂ€tzliche freie Tage eintauschbar sein. FĂŒr EVG-Mitglieder soll es auĂerdem eine Bonuszahlung in Höhe von 500 Euro geben. Alle BeschĂ€ftigten sollen ihren Job zudem garantiert bis Ende 2027 behalten. Die erste GesprĂ€chsrunde ist fĂŒr den 28. Januar angesetzt.
"In dieser Tarifrunde sind uns mehr WertschĂ€tzung fĂŒr harte Arbeit und die Sicherheit von Einkommen und BeschĂ€ftigung wichtig", sagte EVG-VerhandlungsfĂŒhrerin Cosima Ingenschay in Berlin. 7,6 Prozent mehr Geld hatte die Gewerkschaft auch bei den jĂŒngsten Tarifrunden mit den Privatbahnen gefordert. Heraus kam am Ende eine Entgeltsteigerung von 6,1 Prozent.
Bei der Bahn geht es der EVG auch um eine verbesserte Entgeltstruktur, um finanzielle Ungleichgewichte bei einzelnen Berufsgruppen zu beenden. Die Bahn teilte mit, die EVG-Forderungen erhalten zu haben und nun zu prĂŒfen.
Warnstreiks bis Ende MĂ€rz ausgeschlossen
Warnstreiks drohen FahrgĂ€sten jedoch absehbar nicht. Der aktuelle Tarifvertrag und die damit einhergehende Friedenspflicht laufen noch bis Ende MĂ€rz. Wegen der Bundestagswahl am 23. Februar waren die Verhandlungen auf Wunsch der EVG vorgezogen worden. "Wenn unsere Kolleginnen und Kollegen nicht zum Spielball der Politik werden sollen, geht das nur jetzt. Im MĂ€rz ist es dafĂŒr womöglich zu spĂ€t", betonte Ingenschay.
ArbeitskĂ€mpfe als mögliches Druckmittel will die EVG aber nicht aus der Hand geben. Es werde keinen Abschluss um jeden Preis geben, betonten die VerhandlungsfĂŒhrer. Die Mitglieder hĂ€tten in Umfragen deutlich gemacht, dass sie zu Streiks bereit seien. "Wir haben also nach Ablauf der Friedenspflicht alle Optionen", hieĂ es. Vom 1. April an sei alles möglich, sagte Ingenschay.
Die EVG-TarifvertrĂ€ge gelten nach Bahn-Angaben fĂŒr rund 192.000 BeschĂ€ftigte. Zuletzt hatten sich EVG und die bundeseigene DB im Sommer 2023 auf einen Tarifvertrag geeinigt. WĂ€hrend der zĂ€hen Verhandlungen hatten die Gewerkschaftsmitglieder zweimal die Arbeit niedergelegt.

