Wiederaufbaufonds: EU-Staaten lassen Milliarden liegen
21.10.2023 - 01:00:00Der Fonds umfasst mehr als 720 Milliarden Euro. Die Gelder sollen die Folgen der Pandemie lindern, die Energiewende vorantreiben und die Digitalisierung beschleunigen. Der Topf besteht ungefĂ€hr zur HĂ€lfte aus ZuschĂŒssen, die nicht zurĂŒckgezahlt werden mĂŒssen, und zur HĂ€lfte aus Krediten. Körners Berechnungen zufolge nutzte jeder EU-Staat im Durchschnitt erst 23 Prozent der ZuschĂŒsse. Kredite beantragten nur sieben Regierungen. "Statt mehr EU-Hilfen brauchen die LĂ€nder mehr Tempo bei der Umsetzung der Reformen, um die vorhandenen Summen rechtzeitig abrufen zu können", sagte Körner. Das ist die Logik des Fonds: Geld gibt es nur gegen Reformen. Die EmpfĂ€nger mĂŒssen Dutzende, manchmal Hunderte sogenannte "Meilensteine" abarbeiten. Das können zum Beispiel die Verabschiedung eines bestimmten Gesetzes oder das Aufsetzen neuer IT-Systeme fĂŒr eine Behörde sein. EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn sieht einen Grund fĂŒr die langsame Geschwindigkeit, mit der die Gelder abgerufen werden, darin, "dass wir schon sehr genau darauf achten, ob die LĂ€nder ihre Meilensteine erreichen und versprochene Reformen umsetzen". Manchmal mĂŒssten die Regierungen "nacharbeiten, und dann dauert es eben etwas", sagte er der "Welt am Sonntag". Zum anderen hĂ€tten viele Staaten ihre PlĂ€ne, wie sie die Mittel ausgeben wollen, nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine geĂ€ndert, um Investitionen im Energie-Bereich zu finanzieren. Diese Modifikationen mĂŒssten wieder von der Kommission geprĂŒft werden.


