EU, MilitÀr

EU plant Übung zu Beistandsklausel

01.04.2026 - 10:47:55 | dts-nachrichtenagentur.de

Die EU will in der Verteidigungspolitik unabhÀngiger von den USA werden - und setzt dabei auf Artikel 42.7. des EU-Vertrags, die sogenannte Beistandsklausel.

EU-Fahnen (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Sie soll noch im April trainiert werden, wie aus einem vertraulichen Protokoll hervorgeht, ĂŒber welches der "Spiegel" und das ARD-Magazin "Report Mainz" berichten. Bei der Übung soll demnach erstmals durchgespielt werden, wie man gemeinsam auf einen hybriden Angriff reagieren könnte.

Der Artikel verpflichtet die EU-Staaten, sich im Falle eines Angriffs gegenseitig "alle in ihrer Macht stehende Hilfe und UnterstĂŒtzung" zu leisten. Bisher gibt es keine festen AblĂ€ufe oder gar Kommandostrukturen. Bei einer internen Diskussion in BrĂŒssel am 12. MĂ€rz wurde deutlich, wie weit die EU-Staaten noch von einem gemeinsamen VerstĂ€ndnis entfernt sind.

Irland und Malta hĂ€tten "die deutlichsten Zweifel" geĂ€ußert, heißt es im Protokoll der Sitzung. Die EU sei kein militĂ€rischer Akteur, habe der litauische Vertreter angemerkt. Auch Italien sei vorsichtig gewesen. Allenfalls könne man im Rat der Staats- und Regierungschefs ĂŒber den Artikel diskutieren.

Den Skeptikern stand eine Reihe von Staaten gegenĂŒber, die den Artikel als ErgĂ€nzung zum Schutz durch die Nato betrachten. Frankreich, Spanien, die Niederlande, Deutschland und Österreich gehören laut Protokoll dazu. Der abschreckende Charakter der Klausel sei zentral, habe ein französischer Diplomat demnach betont. Zypern soll sich aufgrund des Drohnenangriffs Anfang MĂ€rz gar als "Frontstaat" bezeichnet haben.

Die Diskussion habe "deutliche Unterschiede" offenbart, schrieb der deutsche Vertreter laut Vermerk anschließend nach Berlin.?Sie verheiße "nichts Gutes fĂŒr die ReaktionsfĂ€higkeit der EU in einem volatilen geopolitischen Umfeld". Die EU sei "noch nicht in der geopolitischen RealitĂ€t angekommen".

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