EU-Behörde stuft Glyphosat als unkritisch ein - Offene Fragen
06.07.2023 - 16:49:10Das teilte die Behörde am Donnerstag mit. Allerdings gebe es immer noch Fragen, die nicht abschlieĂend geklĂ€rt werden konnten.
Diese mĂŒssten die EuropĂ€ische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten bei der Erneuerung der Genehmigung berĂŒcksichtigen. Ein Problem wird nur dann als kritisch definiert, wenn es alle vorgeschlagenen Verwendungen des zu bewertenden Wirkstoffs betrifft, wie beispielsweise die Verwendungen vor der Aussaat und die Verwendungen nach der Ernte. Unklar sind laut der Lebensmittelbehörde etwa die Bewertung von Verunreinigungen in Glyphosat, die Bewertung des ernĂ€hrungsbedingten Risikos fĂŒr Verbraucher und die Bewertung der Risiken fĂŒr Wasserpflanzen. Zudem wĂŒrden Informationen ĂŒber die ToxizitĂ€t eines der weiteren Bestandteile im Endprodukt fehlen. Hinsichtlich der Auswirkungen auf die BiodiversitĂ€t wollten die Experten "keine eindeutigen Schlussfolgerungen" ziehen. Hintergrund ist, dass das Pestizid sehr unterschiedlich eingesetzt wird. Im Hinblick auf die Ăkotoxikologie sei fĂŒr 12 von 23 vorgeschlagenen Verwendungen von Glyphosat ein hohes langfristiges Risiko fĂŒr SĂ€ugetiere ermittelt worden, so die Behörde. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kĂŒndigte an, gegen die EinschĂ€tzung zu klagen. "Wir werden noch im Juli mit fachlicher UnterstĂŒtzung von Foodwatch Klage gegen die Zulassung des Glyphosat-Produkts Roundup Powerflex einreichen. Wir nehmen die Gefahr, die von hochgiftigen Pestiziden ausgeht, nicht lĂ€nger hin", so DUH-GeschĂ€ftsfĂŒhrer JĂŒrgen Resch. "Die neue EinschĂ€tzung der EuropĂ€ischen Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit zu Glyphosat widerspricht der Bewertung durch die Weltgesundheitsorganisation und zahlreichen wissenschaftlichen Studien."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


