EU-Sozialdemokraten, Investitionsoffensive

EU-Sozialdemokraten dringen auf europÀische Investitionsoffensive

06.03.2025 - 18:08:34

Die EuropĂ€ische Union muss angesichts der neuen militĂ€rischen Bedrohungslage in Europa nach der AnnĂ€herung neuen US-Regierung an Russland deutlich mehr in ihre VerteidigungsfĂ€higkeit investieren, aber auch in den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die soziale Resilienz und die grĂŒne Transformation.

Das fordern vier Abgeordnete der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D) in einem gemeinsamen Gastbeitrag fĂŒr die "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe). Die Autoren Tobias Cremer (SPD), Thijs Reuten (Niederlande, Partei der Arbeit), Raphael Glucksmann (Frankreich, Sozialisten) und Sven Mikser (Estland, Sozialdemokraten) sehen Europa "vor der grĂ¶ĂŸten militĂ€rischen Bedrohung seit dem Zweiten Weltkrieg - und erstmals seit 80 Jahren ohne die Gewissheit amerikanischer Sicherheitsgarantien", heißt es in der "Frankfurter Rundschau". In dieser "neuen geopolitischen RealitĂ€t" sei es die "erste Pflicht der Politik, die physische, wirtschaftliche und soziale Sicherheit" der BĂŒrger zu gewĂ€hrleisten. "Wir unterstĂŒtzen daher nachdrĂŒcklich höhere Verteidigungsausgaben", schreiben die EU-Parlamentarier in der "Frankfurter Rundschau": "Diese Ausgaben mĂŒssen jedoch in eine umfassende Investitionsstrategie eingebettet sein, die nicht nur die militĂ€rischen FĂ€higkeiten, sondern auch die wirtschaftliche WettbewerbsfĂ€higkeit und soziale Resilienz Europas stĂ€rkt." FĂŒr die Verteidigung reiche der Nato-Richtwert von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht aus, so der Appell.

Hinzukommen mĂŒssten gemeinsame Beschaffung, Reformen der fragmentierten Verteidigungsindustrie und Innovationsförderung. Auch mĂŒsse die Ukraine entschiedener unterstĂŒtzt werden - "auch durch die Nutzung eingefrorener russischer Vermögen", schreiben die EU-Politiker. Sie setzen sich zudem fĂŒr entschiedene Investitionen "in Infrastruktur, WettbewerbsfĂ€higkeit und soziale Resilienz" ein. Aber auch die grĂŒne Transformation sei "sicherheitspolitisch relevant". Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Infrastruktursicherheit "sind essenziell fĂŒr eine unabhĂ€ngige Energieversorgung". Zur Finanzierung sprechen sich die vier EU-Sozialdemokraten der "Frankfurter Rundschau" zufolge dafĂŒr aus, dass Verteidigungsausgaben ĂŒber zwei Prozent des BIP von den Maastricht-Kriterien ausgenommen werden sollten. Ferner plĂ€dieren sie fĂŒr die Aufnahme europĂ€ischer Verteidigungsanleihen und fordern eine "Friedenssteuer" auf Finanztransaktionen. Schließlich dringen die Politiker in der "Frankfurter Rundschau" darauf, dass Europa angesichts des US-RĂŒckzugs seine globalen Partnerschaften intensivieren mĂŒsse, "insbesondere im Globalen SĂŒden", und die EU-Erweiterung vorangetrieben werden sollte. Dabei dĂŒrfe die EU nicht von russlandfreundlichen Regierungen blockiert werden. Falls nötig, mĂŒssten "Koalitionen der Willigen" entstehen, "auch mit Nicht-EU-Partnern wie Großbritannien oder Norwegen".

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