Kommunen machen VorschlĂ€ge fĂŒr BĂŒrokratieabbau

20.02.2026 - 09:25:45 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Finanzverantwortlichen in den deutschen StÀdten und Gemeinden sehen Verbesserungsbedarf in der Vergabe staatlicher Fördermittel.

Rathaus (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Rathaus (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das zeigt eine am Freitag veröffentlichte Auswertung des Ifo-Instituts aus dem KfW-Kommunalpanel. "Besonders oft sprechen sich die KĂ€mmerer in Deutschland fĂŒr eine einfachere Antragstellung sowie fĂŒr weniger Berichts- und Dokumentationspflichten aus", sagte Sarah Necker, Leiterin des Ludwig Erhard Ifo-Zentrums fĂŒr Soziale Marktwirtschaft in FĂŒrth.

Bei der Finanzierung kommunaler Investitionen spielen öffentliche Förderprogramme eine zentrale Rolle. Knapp 90 Prozent aller Kommunen greifen auf Fördermittel von Bund, LĂ€ndern und EU zurĂŒck. Insgesamt machen Fördermittel ein FĂŒnftel aller kommunalen Investitionen aus. "Die komplexen Anforderungen des Fördermittelprozesses stellen die Kommunen vor Herausforderungen. Die Vorgaben sind umfangreich und stehen aus Sicht vieler Kommunen in keinem angemessenen VerhĂ€ltnis zur Förderquote. Hinzu kommt die Unsicherheit, ob eingereichte AntrĂ€ge tatsĂ€chlich bewilligt werden", so Necker.

Knapp die HĂ€lfte der befragten KĂ€mmerer (48 Prozent) hebt den Wunsch nach einer einfachen Antragstellung hervor. Jede dritte Antwort (33 Prozent) nennt vereinfachte Nachweispflichten, sowie eine Abschaffung kleinteiliger Berichtspflichten bei der Abrechnung am Ende des Förderprozesses. Etwas weniger als ein Drittel (31 Prozent) geben an, dass Förderrichtlinien oftmals zu komplex sind. Jede fĂŒnfte Antwort wĂŒnscht sich mehr FlexibilitĂ€t bei der Mittelverwendung und bei Fristen (22 Prozent) sowie schnellere Bearbeitung und Bewilligung (20 Prozent).

WĂ€hrend viele Antworten neutral formuliert sind, lĂ€sst die Formulierung einiger Antworten erkennen, dass die Kommunen die BĂŒrokratie im Fördermittelprozess als belastend wahrnehmen. "BĂŒrokratieabbau gelingt nicht durch pauschale Forderungen, sondern muss auf einer detaillierten Auseinandersetzung mit konkreten Maßnahmen beruhen. Viele Antworten liefern dazu Anhaltspunkte", sagte Necker.

Weniger hĂ€ufig nannten die Befragten: lĂ€ngere Antragsfristen (18 Prozent), gute Erreichbarkeit von Ansprechpartnern (15 Prozent) und weniger Eigenmittel bei Förderprogrammen (14 Prozent). Zwölf Prozent der KĂ€mmerer kritisieren das Windhundprinzip, bei dem Mittel nach Eingangsreihenfolge der AntrĂ€ge vergeben werden. Nur elf Prozent meinen, dass Förderprogramme noch stĂ€rker lokale Anforderungen berĂŒcksichtigen sollen.

Grundlage der Studie sind offene Textantworten von 509 Finanzverantwortlichen aus dem KfW-Kommunalpanel 2025 zum Thema Förderprogramme.

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