Kritik, Rekord-DiÀtenerhöhung

Kritik an Rekord-DiĂ€tenerhöhung fĂŒr Abgeordnete

29.02.2024 - 15:38:38 | dpa.de

Die GehÀlter in Deutschland sind 2023 um 6,0 Prozent gestiegen. Um diesen Betrag werden im Juli auch die AbgeordnetendiÀten steigen. So sieht es das Gesetz vor. Der Bund der Steuerzahler protestiert.

Blick in den Bundestag: Die monatliche AbgeordnetenentschÀdigung wird jÀhrlich angepasst. - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Blick in den Bundestag: Die monatliche AbgeordnetenentschÀdigung wird jÀhrlich angepasst. - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die 736 Abgeordneten des Deutschen Bundestags werden nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler (BdSt) im Juli eine Rekord-DiĂ€tenerhöhung von sechs Prozent erhalten. Eine so hohe Steigerung habe es seit 1995 nicht mehr gegeben. BdSt-PrĂ€sident Reiner Holznagel bewertete dies als kritisch und forderte, die automatische Anpassung der AbgeordnetenbezĂŒge abzuschaffen.

Die monatliche AbgeordnetenentschĂ€digung wird jĂ€hrlich zum 1. Juli angepasst. Grundlage ist nach dem Abgeordnetengesetz die Entwicklung des Nominallohnindex. Diesen gab das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit 6,0 Prozent an. Durch die 2014 beschlossene automatische Koppelung werden damit die AbgeordnetenbezĂŒge - und auch die Abgeordnetenpensionen - ebenfalls um 6,0 Prozent steigen. Der Bund der Steuerzahler rechnete aus, dass die DiĂ€ten damit von derzeit 10.591,70 Euro monatlich um 635,50 auf dann 11.227,20 Euro angehoben werden.

Der Bundestag kann durchaus beschließen, auf diese Erhöhung zu verzichten. Dies hat er beispielsweise 2020 in der Corona-Pandemie getan.

BdSt-PrĂ€sident Holznagel kritisierte: «Mit diesem Vollautomatismus findet keine Diskussion, keine Aussprache oder ErklĂ€rung der Abgeordneten im Bundestag gegenĂŒber der Bevölkerung statt.» Die Abgeordneten entschieden notwendigerweise in eigener Sache. «Umso wichtiger sind Transparenz und mehr BegrĂŒndung in Form eines ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens, wenn die Abgeordneten höhere DiĂ€ten fĂŒr sich beschließen wollen.» Ein Automatismus gewĂ€hrleiste dies nicht und sei dem Bundestag demokratisch gesehen nicht wĂŒrdig.

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