Ifo: Geplante Einkommensteuerreform bringt kaum Impulse
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 10:09 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deInsgesamt fĂ€llt der BeschĂ€ftigungseffekt der geplanten Reform wohl eher gering aus: Das ArbeitskrĂ€fteangebot wird laut Institut nur wenig steigen. Den Staatshaushalt kostet die MaĂnahme 10 Milliarden Euro. Berechnungen des Instituts zeigen: WĂŒrde man das Ehegattensplitting in ein Realsplitting umwandeln, den SolidaritĂ€tszuschlag abschaffen und die KĂŒrzungen von Sozialleistungen bei zusĂ€tzlichem Einkommen reformieren, könnte das Arbeitsangebot um 200.000 bis 400.000 Vollzeitstellen steigen - und zwar ohne zusĂ€tzliche Belastung fĂŒr den Staatshaushalt.
Die Reform ĂŒber einen erhöhten Spitzensteuersatz ("Reichensteuer") gegenzufinanzieren, sehen die Forscher kritisch. Ab einem zu versteuernden Einkommen von 278.000 Euro (zuvor: 250.000 Euro) sollen Gutverdiener kĂŒnftig 45 Prozent Steuern zahlen. Ab einem Einkommen von 280.000 Euro soll der Satz auf 47 Prozent steigen. Inklusive SolidaritĂ€tszuschlag zahlt diese Gruppe fĂŒr jeden zusĂ€tzlich verdienten Euro damit fast die HĂ€lfte ihres Einkommens an den Fiskus. Deutschland wird damit zum Hochsteuerland fĂŒr Spitzeneinkommen. In vielen FĂ€llen trifft die Erhöhung Personengesellschaften, also insbesondere mittelstĂ€ndische Unternehmen.
Die Ifo-Forscher schlagen stattdessen vor, gröĂere Entlastungen bei der Einkommensteuer ĂŒber eine "maĂvolle Anhebung" der Mehrwertsteuer, beispielsweise einen zumindest teilweisen Abbau der ermĂ€Ăigten SteuersĂ€tze, gegenzufinanzieren. "Deutschland liegt bei der Belastung von Arbeit im internationalen Vergleich im Spitzenfeld, bei der Besteuerung von KonsumgĂŒtern wie Waren und Dienstleistungen dagegen eher im Mittelfeld", sagte Andreas Peichl, Leiter des Ifo-Zentrums fĂŒr Finanzwissenschaft. "Eine höhere Mehrwertsteuer wĂŒrde Investitions- und Arbeitsanreize weniger schwĂ€chen als eine zusĂ€tzliche Belastung hoher Einkommen und Unternehmensgewinne."
