Militärhinrichtung in Texas: Livestream soll Erschießung von Attentäter zeigen
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 00:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie geplante Erschießung eines zum Tode verurteilten Attentäters auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas soll per Livestream übertragen werden.
Pentagon bestätigt Übertragung
Ein Beamter aus dem Pentagon bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Hinrichtung live übertragen werden soll. Weitere Einzelheiten zum Ablauf der Übertragung wurden zunächst nicht genannt.
Attentat auf Militärstützpunkt
Bei dem Verurteilten handelt es sich um Nidal Hasan, einen früheren Militärpsychiater. Er hatte 2009 auf dem Stützpunkt Fort Hood zwölf Soldaten und einen Zivilisten getötet und weitere Menschen verletzt.
Hinrichtung mit historischem Charakter
Hasan wurde 2013 von einem US-Militärgericht zum Tode verurteilt. Die geplante Vollstreckung durch ein Erschießungskommando wäre die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren.
Historische Dimension der Vollstreckung
Die geplante Erschießung wäre nach den vorliegenden Angaben die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als sechs Jahrzehnten. Zuletzt wurde 1961 ein Armeeangehöriger hingerichtet. Für Militärangehörige gilt ein besonderes Verfahren: Eine Vollstreckung setzt die Bestätigung des Todesurteils durch den Präsidenten voraus.
Fall Fort Hood
Der Verurteilte Nidal Hasan hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood zwölf Soldaten und einen Zivilisten getötet sowie zahlreiche weitere Menschen verletzt. Ein Militärgericht verurteilte ihn 2013 zum Tod. Der Fall steht damit im Zusammenhang mit der US-Debatte über politisch motivierte Gewalt, militärische Gerichte und den Umgang mit Attentaten innerhalb der Streitkräfte.
Bedeutung für die Todesstrafe
Die geplante Vollstreckung fällt in eine Phase neuer Aufmerksamkeit für Hinrichtungsmethoden in den USA. Wenige Tage zuvor hatte ein Hinrichtungsversuch im Bundesstaat Tennessee nach der Verabreichung von Pentobarbital nicht zum Tod der Verurteilten geführt. Eine Erschießung durch ein Militärkommando würde deshalb nicht nur wegen ihres historischen Ausnahmecharakters, sondern auch wegen der Wahl der Methode international beobachtet werden. Für Angehörige von Opfern und Militärangehörige verbindet sich der Vorgang mit der juristischen Aufarbeitung des Anschlags von Fort Hood.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesspiegel: „Erschießungskommando: Erste Militärhinrichtung seit über 60 Jahren im Dezember geplant“ (07.10.2026)
Der Bericht hebe hervor, die Hinrichtung solle Anfang Dezember auf der Militärbasis Fort Hood stattfinden und wäre die erste Militärhinrichtung in den USA seit mehr als 60 Jahren. Zusätzlich ordne er den Fall in die jüngere Debatte über Hinrichtungsmethoden ein und verweise auf die Möglichkeit, dass es zugleich die erste Hinrichtung auf Bundesebene seit Januar 2021 wäre.
n-tv: „Termin steht fest: Trump-Regierung ordnet erste Militärhinrichtung seit 60 Jahren an“ (07.10.2026)
Der Bericht bestätige den geplanten Tod durch ein Erschießungskommando und setze einen anderen Schwerpunkt auf Hasans Tatmotivation sowie seine fehlende Reue vor Gericht. Er stelle zudem den Zusammenhang mit dem Anti-Terror-Kampf nach den Anschlägen vom 11. September 2001 heraus; offen bleibe, ob die Vollstreckung tatsächlich stattfinden werde.
Beide Berichte stimmten beim Ort, beim geplanten Erschießungskommando und beim historischen Ausnahmecharakter überein. Unterschiede ergäben sich vor allem bei der Darstellung der Vorgeschichte und der politischen Einordnung des Falls.
