Kassen, Kostenlawine

Kassen kritisieren 'Kostenlawine' durch Klinikreform

19.06.2024 - 11:35:40

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) kritisieren erhebliche Mehrausgaben durch die Krankenhausreform und pochen auf mehr Effizienz und stÀrkere Spezialisierung.

"Da rollt eine Kostenlawine auf uns zu", sagte die VorstĂ€ndin des GKV-Spitzenverbands, Stefanie Stoff-Ahnis, am Mittwoch im brandenburgischen Kremmen. Die GesetzesplĂ€ne bedeuteten ab 2027 Mehrkosten von fĂŒnf Milliarden Euro pro Jahr. In diesem Jahr dĂŒrften die Ausgaben der gesetzlichen Kassen fĂŒr die KrankenhĂ€user bereits um sechs Milliarden Euro auf 100 Milliarden Euro steigen. Das Problem bei den Kliniken seien nicht die Einnahmen. "Es gibt so viel Geld wie nie bei so wenig Auslastung wie selten zuvor."

Die vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachten ReformplĂ€ne sollen finanziellen Druck fĂŒr die Kliniken mindern und einheitliche QualitĂ€tsregeln verankern. DafĂŒr soll die VergĂŒtung mit Pauschalen fĂŒr BehandlungsfĂ€lle geĂ€ndert werden. KĂŒnftig sollen Kliniken 60 Prozent der VergĂŒtung schon fĂŒr das Vorhalten bestimmter Angebote bekommen. Grundlage der Finanzierung durch die Krankenkassen sollen genauer definierte "Leistungsgruppen" sein, die auch Mindestvoraussetzungen festlegen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will zudem einen "Transformationsfonds" von bis zu 50 Milliarden Euro einrichten, der zur HĂ€lfte aus Mitteln der gesetzlichen Kassen sowie von den LĂ€ndern gespeist werden soll.

Stoff-Ahnis kritisierte, der Fonds solle lösen, was die LÀnder bei ihren Verpflichtungen zur Finanzierung von Investitionskosten seit Jahrzehnten nicht geschafft hÀtten. Der Umbau des Krankenhausbereichs sei Aufgabe des Staates und aus Steuermitteln zu finanzieren.

@ dpa.de