Gericht will Anschlags-Prozess ohne Todesfahrer fortsetzen
18.12.2025 - 12:14:00 | dpa.deDas Landgericht Magdeburg will den Prozess um den Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt ohne den nicht mehr verhandlungsfĂ€higen Angeklagten fortsetzen. Der Angeklagte habe die VerhandlungsunfĂ€higkeit vorsĂ€tzlich und schuldhaft herbeigefĂŒhrt, sagte der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg. Die rechtlichen Voraussetzungen dafĂŒr, dass ohne den 51-JĂ€hrigen weiterverhandelt wird, seien gegeben.
Richter: Hungerstreik als Druckmittel
Der 51-JĂ€hrige habe in der Hauptverhandlung auch selbst angekĂŒndigt, seinen Hungerstreik instrumentalisieren zu wollen. Die Kammer und auch ein psychiatrischer SachverstĂ€ndiger hĂ€tten ausreichend Gelegenheit gehabt, sich einen Eindruck von dem Angeklagten zu verschaffen.
Zu Beginn des 13. Verhandlungstages war bekannt geworden, dass der Todesfahrer nach Àrztlicher EinschÀtzung nicht verhandlungsfÀhig ist. Das sei die EinschÀtzung des Anstaltsarztes des GefÀngnisses in Burg, in dem der 51-JÀhrige untergebracht ist, sagte Sternberg. Taleb al-Abdulmohsen sei im Hunger- und Durststreik. Sein Gewicht sei stark auf 47,6 Kilogramm gesunken, die Vitalwerte verschlechterten sich von Tag zu Tag. Es stehe ein akutes Nierenversagen im Raum.
Sechs Tote, viele Verletzte
Am 20. Dezember 2024 war der Mann aus Saudi-Arabien mit einem mehr als zwei Tonnen schweren und 340 PS starken Mietwagen mit bis zu 48 Stundenkilometern ĂŒber den Weihnachtsmarkt gerast. Es starben sechs Menschen, mehr als 300 wurden verletzt. Al-Abdulmohsen hat die Tat gestanden. Der Prozess hatte am 10. November begonnen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

