Gasspeicher: GrĂŒne warnen vor höheren Kosten durch SEFE-Einkauf
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSGrĂŒnen-Fraktionschefin Katharina Dröge warnt nach der Anweisung zur stĂ€rkeren Gaseinspeicherung vor steigenden Kosten fĂŒr alle Gaskunden. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte das bundeseigene Energieunternehmen SEFE am Dienstagabend angewiesen, vermehrt Erdgas einzuspeichern.
Dröge kritisiert Einkauf zu hohen Preisen
Dröge sagte der âRheinischen Postâ, seit Beginn des Iran-Krieges im Februar sei absehbar gewesen, dass die Gasversorgung im Winter herausfordernd werde. Reiche habe Warnzeichen ignoriert und das Land in eine Sackgasse manövriert, so die GrĂŒnen-Politikerin.
Jetzt kaufe die Ministerin zu hohen Preisen ein, wÀhrend die Rechnung von allen Gaskunden bezahlt werde, kritisierte Dröge. Reiches Politik halte Deutschland von teurem Gas aus dem Ausland abhÀngig.
GrĂŒne fordern Ausstieg aus teurem Gas
Nach Dröges EinschĂ€tzung wĂ€re es besser, den Menschen den Ausstieg aus teurem Gas zu ermöglichen. Dadurch lieĂen sich die wiederkehrenden Sorgen um die Gasversorgung in den Wintermonaten verringern.
Die Anweisung an SEFE erfolgte vor dem Hintergrund niedriger FĂŒllstĂ€nde der deutschen Gasspeicher. Das Unternehmen soll zusĂ€tzlich Erdgas beschaffen und einlagern, damit die Versorgung im Winter besser abgesichert ist.
Die Anweisung an SEFE fÀllt in eine Phase ungewöhnlich niedriger SpeicherstÀnde. Ende September lagen die deutschen Gasspeicher bei knapp 58 Prozent; im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt knapp 77 Prozent, in den Jahren davor teils rund 90 Prozent oder mehr.
Ăblicherweise kaufen HĂ€ndler Erdgas in den Sommermonaten, wenn die Preise niedriger sind, und speichern es fĂŒr den Winter ein. Hohe Preise infolge des Iran-Krieges machten diesen Einkauf zuletzt weniger attraktiv. Staatliche Beschaffung kann deshalb die Versorgungsvorsorge stĂ€rken, birgt aber zugleich das Risiko, dass Gas zu ungĂŒnstigen Marktpreisen eingekauft wird.
Versorgungssicherheit und Kosten
SEFE soll bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas beschaffen und einspeichern. Nach Angaben des Branchenverbands Initiative Energien Speichern verfĂŒgen die deutschen Speicher insgesamt ĂŒber rund 247 Terawattstunden KapazitĂ€t. Die angeordnete Menge entspricht damit einem begrenzten, aber versorgungsrelevanten Anteil des Gesamtsystems.
Die konkrete Belastung fĂŒr Gaskunden hĂ€ngt davon ab, zu welchen Preisen SEFE einkauft und wie die Kosten weitergegeben werden. Das Ministerium will vermeiden, dass die Kontingente anderer Marktteilnehmer beeintrĂ€chtigt werden. Zugleich bleibt die Verpflichtung privater Unternehmen bestehen, selbst fĂŒr den Winter vorzusorgen.
Politische Konsequenzen
Die Bundesregierung plant zudem eine strategische Gasreserve, mit deren Aufbau 2027 begonnen werden soll. FĂŒr Haushalte bedeutet die Entwicklung, dass SpeicherstĂ€nde, GroĂhandelspreise und die politische Ausgestaltung der Kostenverteilung in den kommenden Monaten besonders wichtig bleiben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âReiche weist staatliches Unternehmen an, mehr Gas einzuspeichernâ (30.09.2026)
Der Beitrag bestÀtigt die direkte Anweisung an SEFE und nennt den Auftrag, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern. Im Mittelpunkt stehen die niedrigen SpeicherstÀnde, die Rolle der privaten Marktteilnehmer und die geplante strategische Gasreserve.
Deutschlandfunk: âNiedrige FĂŒllstĂ€nde - Reiche ordnet Einspeicherung von Erdgas anâ (30.09.2026)
Deutschlandfunk hebt ebenfalls die knapp 58 Prozent FĂŒllstand und die staatliche Entscheidung zugunsten einer stĂ€rkeren Einspeicherung hervor. Anders als der dts-Bericht konzentriert sich der Beitrag stĂ€rker auf die Krisenvorsorge und die Kritik am bisherigen Regierungshandeln; offen bleibt in beiden Darstellungen, wie hoch die tatsĂ€chlichen Mehrkosten fĂŒr Gaskunden ausfallen.
Die BeitrĂ€ge stimmen beim Anlass und bei der MaĂnahme ĂŒberein. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung: WĂ€hrend die politische Kritik die Kostenfrage betont, stellen die anderen Berichte die Versorgungssicherheit und die niedrigen SpeicherstĂ€nde in den Vordergrund.
