Hapag-Lloyd steuert Ukraine wieder auf dem Seeweg an
30.05.2024 - 15:07:20Eine Unternehmenssprecherin bestĂ€tigte am Donnerstag, dass die Reederei seit Anfang der Woche einen sogenannten Zubringerverkehr durch einen Drittanbieter anbiete. In diesem Rahmen transportiert ein kleineres Containerschiff in erster Linie landwirtschaftliche GĂŒter wie Sonnenblumenöl und Getreide. Das Schiff mit einer KapazitĂ€t von 1100 Standardcontainern (TEU) verkehre alle fĂŒnf Tage zwischen dem rumĂ€nischen Constanta und dem ukrainischen Schwarzmeerhafen Tschornomorsk. Zuvor hatte der NDR berichtet.
Die Hapag-Lloyd-Sprecherin betonte: "Wir haben nie aufgehört, einen Service anzubieten, aber nun wieder auf dem Seeweg." Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind viele HĂ€fen nur eingeschrĂ€nkt oder gar nicht erreichbar. Kremlchef Wladimir Putin hatte die HĂ€fen zunĂ€chst monatelang blockieren lassen. Dann wurde der Export von AgrargĂŒtern zwischenzeitlich mithilfe eines durch die Vereinten Nationen und die TĂŒrkei vermittelten Abkommens gewĂ€hrleistet. Das lieĂ Moskau aber im Sommer 2023 auslaufen. AuĂerdem werden Exportrouten ĂŒber Land genutzt.
Seit dem vergangenen August hat Kiew eigenstĂ€ndig einen Korridor fĂŒr die sichere Passage von Handelsschiffen ausgewiesen. Zwar griff Russland seitdem wiederholt Hafenanlagen mit Raketen und Drohnen an. Doch bislang hĂ€lt die ukrainische Armee russische Schiffe erfolgreich mit Seedrohnen und Antischiffsraketen auf Distanz. Die Ukraine konnte so nach eigenen Angaben in den letzten fĂŒnf Monaten des vergangenen Jahres knapp 15 Millionen Tonnen Waren ĂŒber das Schwarze Meer exportieren. Insgesamt haben demnach 469 Frachter die drei SchwarzmeerhĂ€fen Odessa, Tschornomorsk und Piwdennyj angelaufen.
Die ukrainischen Exportmengen liegen jedoch immer noch weit unter denen vor Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022. So wurden im Jahr 2021 ĂŒber alle ukrainischen SeehĂ€fen mehr als 100 Millionen Tonnen exportiert. Die HĂ€fen von Mariupol und Berdjansk am Asowschen Meer sind allerdings inzwischen von russischen Truppen besetzt.

