Schulprojekt gegen Judenhass wird doch fortgesetzt
17.11.2023 - 08:36:43Die Koalition erhöht nun den Etat im Kinder- und Jugendplan des Bundesfamilienministeriums auf 22,5 Millionen Euro. Zuvor waren darin nur noch 2,5 Millionen Euro zur Abwicklung des PrĂ€ventionsprojektes erhalten. Das Programm wird auĂerdem kĂŒnftig noch klarer auf den Arbeitsschwerpunkt Antisemitismus ausgerichtet; zuvor waren die "Respekt Coaches" allgemein zur Demokratieförderung an Schulen eingesetzt. Der Einigung waren wochenlange Verhandlungen vorausgegangen. GrĂŒnen-Politiker Bruno Hönel hĂ€lt Programm fĂŒr "unverzichtbar", der fĂŒr den Einzelplan zustĂ€ndige HaushĂ€lter der GrĂŒnen sagte dem "Tagesspiegel" dazu, dass "Respekt Coaches" mit SchĂŒlern an ĂŒber 600 Schulen zu den Themen Respekt und Toleranz arbeiteten, ihnen demokratische Werte vermitteln und so "Extremismus-PrĂ€vention" betrieben. Der GrĂŒnen-Politiker ergĂ€nzte: "Ich halte die Inhalte und Ziele dieses erfolgreichen Programms fĂŒr unverzichtbar, auch im Hinblick auf den drastischen Anstieg von Antisemitismus, den jĂŒdische Jugendliche gerade an deutschen Schulen erleben." Die HaushĂ€lter erhöhten auch die Mittel fĂŒr weitere PrĂ€ventionsprojekte gegen Antisemitismus: Der deutsch-israelische Jugendaustausch wird mit 2,3 Millionen Euro gefördert - mehr als zuvor geplant. Zudem erhĂ€lt das Berliner Projekt fĂŒr VerstĂ€ndigung zwischen Juden und Muslimen, die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, 250.000 Euro mehr Förderung aus dem Etat des Bundesfamilienministeriums. Hönel sagte dem "Tagesspiegel": "Der offen zutage tretende Antisemitismus, den wir seit dem Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober in Deutschland und der Welt verstĂ€rkt erleben, ist erschĂŒtternd." Politische Bildung, Jugendprojekte und -austausch seien zentral, um dazu beizutragen, Antisemitismus den NĂ€hrboden zu entziehen. Wie es allerdings mit dem Projekt "Respekt Coaches" nach dem Jahr 2024 weitergeht, dĂŒrfte auch in Zukunft noch Gegenstand politischer Debatten sein. Das Projekt wurde zwar vorerst gerettet, fĂŒr 2025 gibt es aber noch keine weitere Finanzierung. Eine Möglichkeit ist, dass das Programm durch das dann gestartete Startchancen-Programm des Bundesfamilienministeriums weiter finanziert werden könnte.


