IEA, Energiewende

IEA will Energiewende weiter vorantreiben - auch mit Kernkraft

14.02.2024 - 20:29:18

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat auf ihrem Ministertreffen in Paris zu verstĂ€rkten Anstrengungen fĂŒr eine Energiewende aufgerufen, um Klimaziele zu erreichen und die ErderwĂ€rmung zu begrenzen.

Die weltweite KapazitĂ€t an erneuerbarer Energie mĂŒsse dazu bis 2030 verdreifacht werden, erklĂ€rte die Industriestaatenorganisation am Mittwoch nach zweitĂ€gigen Beratungen. Es seien dringend politische Maßnahmen nötig, um wirtschaftliche Hindernisse und geopolitische Spannungen zu ĂŒberwinden, die dem Ausbau erneuerbarer Energie entgegenstehen, hieß es im Abschlussdokument des Spitzentreffens.

AusdrĂŒckliche betonte die IEA die Rolle, die die Kernkraft beim Klimaschutz und der Energiewende spielen kann. "Die LĂ€nder, die sich fĂŒr die Nutzung der Kernenergie entscheiden oder sie unterstĂŒtzen, erkennen deren Potenzial als saubere Energiequelle, die die AbhĂ€ngigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, die Klimakrise bewĂ€ltigen und die globale Energiesicherheit verbessern kann", hieß es. Diese LĂ€nder sĂ€hen in der Kernenergie eine Grundlaststromquelle, die fĂŒr NetzstabilitĂ€t sorge und die Nutzung der NetzkapazitĂ€ten optimiere, wĂ€hrend andere LĂ€nder andere Optionen wĂ€hlten, um die gleichen Ziele zu erreichen.

IEA-Direktor Fatih Birol sagte, die Kernenergie sei eine Option, ĂŒber die die LĂ€nder selber entscheiden mĂŒssten. Der Nutzen allerdings liege auf der Hand. Wie Frankreichs Industrieminister Roland Lescure sagte, sei entscheidend, dass preiswerte und klimafreundliche Energie verfĂŒgbar sei, in welcher Form das sei egal. "Die Zeit ideologischer Kriege ist vorbei." Anders als Deutschland, dass sich von der Atomkraft verabschiedet hat, setzt Frankreich auf den Bau neuer Kraftwerke und das VerlĂ€ngern der Laufzeit bestehender Reaktoren.

Der IEA-Direktor wies die angesichts eines weltweiten Rekordverbrauchs von Öl und Kohle geĂ€ußerte Kritik zurĂŒck, die Energieagentur schĂ€tze die Aussichten einer Energiewende zu optimistisch ein. FĂŒr die Annahme, dass das Allzeit-Fördermaximum an Erdöl bis 2030 erreicht werde, spreche die Wende hin zur E-MobilitĂ€t sowie die wirtschaftliche AbkĂŒhlung in China, dem Hauptkonsumenten von Erdöl. Ölkonzerne in den USA und Europa teilten diese EinschĂ€tzung.

@ dpa.de