Jusos, PlÀne

Jusos wollen PlĂ€ne fĂŒr Wehrpflicht-Option stoppen

26.06.2025 - 06:48:45

Die Jusos wollen die PlĂ€ne von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) fĂŒr eine Wehrpflicht-Option in der Novelle des Wehrdienstgesetzes verhindern.

Die SPD-Jugendorganisation hat dazu einen Initiativantrag mit dem Titel "Freiwilligkeit statt Zwang: Unsere Vorstellungen fĂŒr einen Wehrdienst" fĂŒr den SPD-Parteitag am Wochenende vorbereitet, berichtet das Nachrichtenportal "T-Online" am Donnerstag. In dem Antrag gehen die Jusos in die offene Konfrontation mit dem Verteidigungsminister. "Forderungen nach einer Verpflichtung von jungen Menschen zum Wehrdienst oder die WiedereinfĂŒhrung der Wehrpflicht lehnen wir ab. Im geplanten Wehrdienstgesetz muss daher ĂŒber Freiwilligkeit statt ĂŒber Zwang gearbeitet werden. Zwang ist keine Antwort auf die strukturellen Probleme der Bundeswehr", heißt es in dem Dokument. Pistorius hatte kĂŒrzlich in der Sendung "Caren Miosga" durchblicken lassen, dass er im neuen Wehrdienst-Gesetz eine Wehrpflicht-Option verankern wolle.

Zwar setze das Gesetz zunĂ€chst auf Freiwilligkeit, doch sollten sich nicht genug Freiwillige bei der Bundeswehr melden, wĂŒrde ein Mechanismus im Gesetz greifen, der Menschen auch verpflichtend einziehe, so der Minister. Gegen diese Bestimmung laufen die Jusos nun Sturm: "Einen Automatismus im Gesetz, der eine Wehrpflicht oder einen zwangsweisen Wehrdienst verankert, lehnen wir ebenfalls ab", schreiben sie weiter. Die Jusos wollen den Antrag auf dem SPD-Parteitag am Wochenende zur Abstimmung stellen. Juso-Chef Philipp TĂŒrmer zeigte sich angesichts der PlĂ€ne des Verteidigungsministers verĂ€rgert. "Boris Pistorius hatte bisher eigentlich gezeigt, dass er die wahren Probleme der Bundeswehr angehen will. Die Zahl der Interessenten bei der Bundeswehr stieg zuletzt sogar. Deswegen bin ich von diesem Richtungswechsel so irritiert", sagte TĂŒrmer zu "T-Online". Der Koalitionsvertrag habe sehr bewusst den Fokus auf einen attraktiven Wehrdienst basierend auf Freiwilligkeit gesetzt, so der Juso-Chef weiter. "Es ist mir ein RĂ€tsel, warum jetzt die Wehrpflicht wieder auf den Tisch kommt. Ich dachte, das Thema wĂ€re spĂ€testens mit dem Koalitionsvertrag abgehakt." Auf dem SPD-Parteitag am Wochenende wolle man die "ablehnende Position der SPD" zur Wehrpflicht bekrĂ€ftigen und allen wieder in Erinnerung rufen. "Die Wehrpflicht greift zu stark in das Leben junger Menschen ein, mit einem dabei mehr als ungewissen Nutzen. Sie stammt aus einer anderen Zeit. Mit einer Antwort der Vergangenheit kann man keine Probleme der Zukunft lösen", so der Juso-Chef.

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