Deutschlands, Top-Konzerne

Deutschlands Top-Konzerne: Weniger Umsatz, gestrichene Jobs

27.12.2024 - 04:30:38

Die Konjunkturflaute hinterlÀsst bei den 100 umsatzstÀrksten Unternehmen Spuren. Nur knapp die HÀlfte kann den Erlös steigern, die BeschÀftigung sinkt. Der Ausblick auf 2025 verspricht wenig Gutes.

  • Die Autobranche steckt in der Krise und fĂ€llt als Wachstumstreiber fĂŒr die deutsche Wirtschaft aus. - Foto: Ingo Wagner/dpa

    Ingo Wagner/dpa

  • Die Chemiebranche leidet unter teurer Energie und schwacher Konjunktur - die UmsĂ€tze sinken. (Symbolbild) - Foto: Benjamin Westhoff/dpa

    Benjamin Westhoff/dpa

Die Autobranche steckt in der Krise und fĂ€llt als Wachstumstreiber fĂŒr die deutsche Wirtschaft aus. - Foto: Ingo Wagner/dpaDie Chemiebranche leidet unter teurer Energie und schwacher Konjunktur - die UmsĂ€tze sinken. (Symbolbild) - Foto: Benjamin Westhoff/dpa

Deutschlands fĂŒhrende Börsenunternehmen bekommen die schwache Wirtschaft zu spĂŒren. In den ersten neun Monaten 2024 schrumpfte der Erlös der 100 umsatzstĂ€rksten Börsenkonzerne um vier Prozent, wie eine Studie der WirtschaftsprĂŒfungs- und Beratungsgesellschaft EY zeigte. Es handle sich um den zweiten RĂŒckgang in Folge. Der operative Gewinn (Ebit) sank im Schnitt sogar um 19 Prozent. Unter anderem die Autobranche schwĂ€chelte, blieb aber bei Umsatz und Gewinn an der Spitze. 

Zugleich sank die BeschĂ€ftigung der Top-Unternehmen in den ersten neun Monaten, heißt es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In Summe gingen demnach mehr als 30.000 Jobs verloren - ein Minus von 0,7 Prozent auf insgesamt rund 4,25 Millionen BeschĂ€ftigte weltweit. Das sei der erste RĂŒckgang seit 2021. Nach der Corona-Pandemie hĂ€tten viele Firmen Stellen geschaffen, erklĂ€rte EY. «Jetzt sehen wir die Trendwende.» 

Nur knapp die HĂ€lfte der Top-Konzerne steigert Umsatz

«Das Jahr 2024 war fĂŒr die deutschen Top-Unternehmen ein schwieriges Jahr», sagte Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY, mit Blick auf die schwache deutsche Wirtschaft und fehlende Impulse, etwa aus Asien. «Besonders problematisch: Wenn ĂŒberhaupt in den vergangenen zwei Jahren Wachstum erzielt wurde, lag die Rate oft unterhalb der Inflationsrate. De facto schrumpfen viele Unternehmen also.» Konnten 2023 der Studie zufolge 66 der 100 umsatzstĂ€rksten Unternehmen Deutschlands ihren Umsatz steigern, gelang das in diesem Jahr nur noch 48 Firmen. 

Autoindustrie leidet - andere Branchen legen zu

Am stĂ€rksten fiel der Umsatz im laufenden Jahr bei Energieversorgern (minus 26 Prozent), da die Strom- und Gaspreise sanken. RĂŒckgĂ€nge gab es auch in der angeschlagenen Chemie- und Autoindustrie mit minus fĂŒnf bzw. minus zwei Prozent. Im Verkehrswesen wuchsen die UmsĂ€tze dagegen (plus drei Prozent), ebenso in der IT-Branche (plus zwei Prozent). 

Autobranche am umsatzstÀrksten - Telekom beim Gewinn vorne

Trotz aller Probleme sind Autohersteller am umsatzstÀrksten, wie ein EY-Ranking zeigt: Auf Volkswagen (237,2 Mrd. Euro Umsatz in den ersten drei Quartalen) folgen Mercedes-Benz (107,1 Mrd.) und BMW (105,9 Mrd.). Am meisten operativen Gewinn erzielte die Deutsche Telekom mit 17,8 Milliarden Euro binnen neun Monaten. Es folgen VW (12,9 Mrd.) und Mercedes-Benz (10,4 Mrd.). 

Im neuen Jahr dĂŒrften die Rahmenbedingungen schwierig bleiben, meint Brorhilker. Bei der BeschĂ€ftigung werde sich wohl der AbwĂ€rtstrend verstĂ€rken. «Arbeitslosigkeit wird wieder ein Thema werden, der FachkrĂ€ftemangel wird dennoch bestehen bleiben.»

@ dpa.de