Bundesamt zu Phthalat in Urinproben: Kein Anlass fĂŒr erhöhte Besorgnis
Veröffentlicht am: 25.02.2024 um 13:46 Uhr | dpa.deDas geht aus einer BfR-Stellungnahme zu MnHexP (Mono-n-hexyl-Phthalat) hervor. Darin schreibt die Behörde: "Die nachgewiesenen Konzentrationen bewegen sich in einem Bereich, der auch bei anderen Phthalaten im Rahmen von Reihenuntersuchungen nachgewiesen wurde."
Funde im Urin von Erwachsenen und Kindern
KĂŒrzlich hatte das Umweltbundesamt (Uba) darĂŒber informiert, im Urin zahlreicher Menschen in Deutschland MnHexP entdeckt zu haben. Das Uba hatte ihn im Urin Erwachsener nachgewiesen, eine Behörde in Nordrhein-Westfalen in dem von Kindergartenkindern. MnHexP ist nach Uba-Angaben ein Abbauprodukt des Weichmachers DnHexP (Di-n-hexyl-Phthalat). Der Stoff darf laut Uba in der EU seit 2023 ohne Zulassung grundsĂ€tzlich nicht mehr verwendet werden. ZulassungsantrĂ€ge seien nicht gestellt worden.
MnHexP sei nach Ergebnissen von Tierversuchen ein fortpflanzungsschĂ€digender Stoff, sagte Uba-Toxikologin Marike Kolossa vor wenigen Wochen. Er wirke vor allem auf die Fortpflanzungsorgane mĂ€nnlicher Föten im Mutterleib. Er könne aber auch fĂŒr Erwachsene schĂ€dlich sein und das Risiko fĂŒr Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit erhöhen, was aus weiteren Tierversuchen hervorgehe. In einzelnen Menschen seien Konzentrationen entdeckt worden, "die so hoch sind, dass eine GesundheitsgefĂ€hrdung nicht auszuschlieĂen ist".
Ursache noch unbekannt, aber Hinweise
Die Ursache fĂŒr die erhöhten MnHexP-Werte in den Urinproben von Erwachsenen und Kindern seien bislang nicht geklĂ€rt, schreibt das BfR. Allerdings wĂŒrden verschiedene Quellen wie Sonnenschutzmittel und andere Verbraucherprodukte diskutiert. Im Verdacht steht ein bestimmter UV-Filter, der DnHexP als Verunreinigung enthalten könnte.
Es gebe aber keine belastbaren Informationen, ob am Markt erhÀltliche Sonnenschutzmittel, andere Kosmetika oder auch sonstige Verbraucherprodukte einen derart verunreinigten UV-Filter tatsÀchlich enthielten, schreibt das BfR.
Das baden-wĂŒrttembergische Verbraucherschutzministerium teilte am Sonntag auf Anfrage mit, dass Fachleute aus aktuellem Anlass 57 Proben der vergangenen Jahre zu Sonnenschutzprodukten auf DnHexP untersucht hĂ€tten. Demnach konnte der Weichmacher in 21 Proben in einer Konzentration von 0,3 bis 16 Milligramm pro Kilogramm nachgewiesen werden. ZunĂ€chst hatte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" ĂŒber die Untersuchung berichtet.
VorlÀufige Bewertung
Das BfR kommt in seiner bereits am Samstag verbreiteten Stellungnahme zu dem Schluss, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass es durch Sonnenschutzmittel, die einen potenziell mit DnHexP verunreinigten UV-Filter enthielten, zu gesundheitlichen BeeintrÀchtigungen komme. DnHexP sei als Inhaltsstoff in kosmetischen Mitteln verboten, er könnte aber als Verunreinigung von Ausgangsstoffen in solche Produkte eingetragen werden.
Das BfR betonte, die vorliegende Bewertung der gesundheitlichen Risiken sei vorlĂ€ufig. Es sei davon auszugehen, dass mögliche Risiken eher zu hoch als zu niedrig eingeschĂ€tzt worden seien. Eine weitere Unsicherheit bestehe darin, dass es bisher keine Grenzwerte oder Richtwerte fĂŒr MnHexP oder den möglichen Ausgangsstoff DnHexP gebe.
