KZ-GedenkstÀtten beobachten Zunahme von rechtsextremer Bedrohung
22.09.2023 - 12:53:51Das hat eine Anfrage des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Freitagausgaben) bei den GedenkstĂ€tten Dachau, Buchenwald, Bergen-Belsen, Neuengamme, Sachsenhausen/RavensbrĂŒck ergeben. "Es sind derzeit bundesweit gehĂ€uft FĂ€lle von Vandalismus, Schmierereien und anderen VorfĂ€llen an deutschen GedenkstĂ€tten festzustellen", sagte die Sprecherin der Stiftung Hamburger GedenkstĂ€tten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen, Clara Mansfeld.
"Das erfĂŒllt uns mit Sorge." Auch andere Institutionen berichten von Vandalismus, Hakenkreuz-Schmierereien, verstĂ€rkter PrĂ€senz von Rechtsextremen vor Ort. "Handelte es sich vor zwei Jahren noch um VorfĂ€lle, die circa einmal im Monat zu verzeichnen waren, waren sie dann alle 14 Tage festzustellen, nun sind von uns nahezu wöchentlich Taten zur Anzeige zu bringen", so der stellvertretende Direktor der Stiftung GedenkstĂ€tten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Rikola-Gunnar LĂŒttgenau. Die kontinuierlich steigende Zahl entsprechender VorfĂ€lle sei "ein Seismograph dafĂŒr, dass versucht wird, diese Grundfeste der heutigen Bundesrepublik ins Rutschen zu bringen". Die VorfĂ€lle beschrĂ€nken sich jedoch nicht nur auf die GelĂ€nde und RĂ€umlichkeiten, wie die Sprecherin der KZ-GedenkstĂ€tte Dachau, Verena Bierl, sagte. "In den letzten Jahrzehnten kam es unter anderem zu einer Verlagerung von Angriffen und Störungen in den digitalen Raum." Diesen Eindruck teilen auch andere GedenkstĂ€tten. "Die Grenzen des Sagbaren werden seit einiger Zeit verschoben und demokratiefeindliche und rechtsradikale Ansichten erscheinen hoffĂ€hig geworden zu sein", so eine Sprecherin der GedenkstĂ€tte Bergen-Belsen. "Der Umgang mit den ĂuĂerungen Hubert Aiwangers zeigen dies beispielhaft."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


