ÖPNV: Länder planen In/ Out-Tarif für Gelegenheitsfahrer
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSTarifmodell für spontane Bahnfahrten
- Die Verkehrsminister der Länder beraten über ein Angebot mit deutschlandweiter räumlicher Geltung.
- Nordrhein-Westfalen soll das Konzept gemeinsam mit Hamburg ausarbeiten.
- Die Verkehrsministerkonferenz beginnt am Mittwoch in Schwangau.
Länder planen digitalen ÖPNV-Tarif
Die Verkehrsminister der Länder wollen auf ihrer bevorstehenden Herbstkonferenz ein bundesweites Angebot für Gelegenheitsfahrer in Bussen und Bahnen auf den Weg bringen. Vorgesehen ist ein digitaler In/Out-Tarif, bei dem Fahrgäste per Smartphone ein- und auschecken.
Deutschlandweite Geltung vorgesehen
In einer Beschlussvorlage ist ein Angebot für Gelegenheitsnutzende mit deutschlandweiter räumlicher Geltung analog zum Deutschlandticket vorgesehen. Das Konzept soll Nordrhein-Westfalen ausarbeiten, das den Vorschlag gemeinsam mit Hamburg eingebracht hat.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer sagte, gelegentliche Nutzer müssten ebenso unkompliziert und zu fairen Konditionen unterwegs sein können wie Vielfahrer mit dem Deutschlandticket. Mit „eezy.nrw“ habe Nordrhein-Westfalen bereits gezeigt, wie ein solcher digitaler Tarif funktioniere.
Anzeige | trading-house Börsenakademie
Kostenlose Trading-Webinare fĂĽr Privatanleger
Live lernen, live fragen. Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese für Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.
Preis soll automatisch begrenzt werden
Der digitale Tarif soll je Strecke den günstigsten Preis auswählen. Zusätzlich ist vorgesehen, den Monatsbetrag zu deckeln, sodass die Nutzung nicht teurer wird als mit einem Deutschlandticket.
Auf der Tagesordnung der Verkehrsministerkonferenz stehen außerdem die Reform der Trassenpreise und höhere Regionalisierungsmittel. Die Konferenz beginnt am Mittwoch im bayerischen Schwangau.
Der geplante bundesweite Tarif zielt auf eine Lücke zwischen Einzelfahrschein und Deutschlandticket. Während das Deutschlandticket vor allem für regelmäßige Fahrten attraktiv ist, müssen Gelegenheitsfahrgäste bislang je nach Verkehrsverbund unterschiedliche Tarife, Geltungsbereiche und Verkaufswege beachten.
Das von Nordrhein-Westfalen und Hamburg vorgeschlagene In/Out-Modell würde den Zugang stärker an digitalen Verfahren ausrichten. Ein- und Auschecken per Smartphone kann die Tarifauswahl automatisieren und den günstigsten Preis für eine konkrete Fahrt berechnen. Voraussetzung dafür sind jedoch eine verlässliche App, kompatible Systeme und eine klare Regelung für Datenschutz, Kontrolle sowie Fahrten über Verbund- und Landesgrenzen hinweg.
Finanzierung bleibt zentral
Die geplante Deckelung am Preis des Deutschlandtickets soll verhindern, dass Viel- oder Mehrfachnutzer durch den Einzeltarif schlechter gestellt werden. Für die Länder entsteht zugleich die Frage, wie Einnahmen verteilt und mögliche Mindereinnahmen ausgeglichen werden. Die auf der Konferenz ebenfalls vorgesehenen Beratungen über Regionalisierungsmittel und Trassenpreise betreffen deshalb die finanzielle Grundlage des Nahverkehrs unmittelbar.
Für Fahrgäste wäre ein einheitliches Angebot besonders bei spontanen Reisen zwischen mehreren Verkehrsverbünden relevant. Ob daraus ein bundesweit nutzbares Produkt entsteht, hängt von der weiteren Ausarbeitung durch Nordrhein-Westfalen, der Abstimmung zwischen den Ländern und einer späteren technischen Umsetzung ab.
