Schweiz, Ukraine

Diplomatin Tagliavini fĂŒr direkte GesprĂ€che mit Putin

27.12.2025 - 15:26:29

Die langjĂ€hrige Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini spricht sich fĂŒr direkte GesprĂ€che mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin aus.

"Es ist ja erstaunlich, wie PrĂ€sident Trump intuitiv dieses uralte BedĂŒrfnis von Wladimir Putin begriffen hat und es geschickt einzusetzen verstand, nĂ€mlich dass man mit ihm auf Augenhöhe spricht", sagte Tagliavini der "Wochentaz". "Putin ist zurĂŒck auf der WeltbĂŒhne." Trump habe Putin im Sommer nach Alaska eingeladen und ihm die große BĂŒhne geboten, sichtbar fĂŒr die ganze Welt.

"Das ist Symbolpolitik der großen Klasse." Generell plĂ€diert Tagliavini fĂŒr GesprĂ€chsformate. "Die KanĂ€le sollten unbedingt offen bleiben", so Tagliavini. "Die Situation in der Welt kann sich ja, wie wir es gerade erleben, phĂ€nomenal rasch Ă€ndern und auch in eine Richtung, die nicht vorhersehbar war." Entscheidungen, die KanĂ€le abzubrechen, seien oft eigentlich voreilig. Mit Blick auf die Rolle Europas innerhalb der Ukraine-Verhandlungen wies Tagliavini darauf hin, die EuropĂ€ische Union nicht zu unterschĂ€tzen. "Als Anwalt der Ukraine, wie Kanzler Merz gesagt hat, muss und wird sich die EU konstruktiv einbringen, wie sie es auch bisher schon getan hat", sagte die langjĂ€hrige Schweizer Diplomatin. "Die EuropĂ€er mĂŒssen sich vor allem einig sein und das auch bleiben in ihrer Haltung gegenĂŒber sowohl PrĂ€sident Trump wie auch PrĂ€sident Putin." Europa sei als UnterstĂŒtzer der Ukraine zum Gegner von Moskau erklĂ€rt worden. US-PrĂ€sident Donald Trump gelte nicht wirklich als ein verlĂ€sslicher Partner Europas. "Jetzt aber ist Einigkeit gefragt, denn es geht bei der Ukraine um eine existenzielle Frage." Tagliavini war viele Jahre im diplomatischen Dienst unterwegs. Bekannt wurde sie als Sonderbeauftragte der EU fĂŒr den Krieg zwischen Russland und Georgien in Abchasien und SĂŒdossetien und den von ihr verfassten und durch den nach ihr benannten Tagliavini-Bericht. Im Juni 2014 wurde sie Ukraine-Beauftragte der OSZE, dieses Amt legte sie am 6. Juni 2015 nieder.

@ dts-nachrichtenagentur.de