Verdi-Streiks, Schneller

Verdi-Streiks gehen weiter - Schneller Neustart an FlughÀfen

10.03.2025 - 14:12:50

Die Luftverkehrsbranche strebt nach dem nahezu flĂ€chendeckenden Verdi-Streik an den FlughĂ€fen einen schnellen Neustart an. Die BĂŒrger mĂŒssen an anderen Stellen mit EinschrĂ€nkungen rechnen.

  • BeschĂ€ftigte aus dem öffentlichen Dienst der Flughafenbetreiber, den Bodenverkehrsdiensten und den Luftsicherheitsbereichen waren im Ausstand.  - Foto: Peter Kneffel/dpa

    Peter Kneffel/dpa

  • Hintergrund der Warnstreiks sind zwei verschiedene Tarifkonflikte.  - Foto: Bernd Weißbrod/dpa

    Bernd Weißbrod/dpa

  • Zahlreiche FlĂŒge wurden gestrichen.  - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

    Julian Stratenschulte/dpa

  •  An den FlughĂ€fen blieben die Abflughallen leer, weil die meisten Passagiere rechtzeitig von den Streiks gehört hatten. - Foto: Andreas Arnold/dpa

    Andreas Arnold/dpa

BeschĂ€ftigte aus dem öffentlichen Dienst der Flughafenbetreiber, den Bodenverkehrsdiensten und den Luftsicherheitsbereichen waren im Ausstand.  - Foto: Peter Kneffel/dpaHintergrund der Warnstreiks sind zwei verschiedene Tarifkonflikte.  - Foto: Bernd Weißbrod/dpaZahlreiche FlĂŒge wurden gestrichen.  - Foto: Julian Stratenschulte/dpa An den FlughĂ€fen blieben die Abflughallen leer, weil die meisten Passagiere rechtzeitig von den Streiks gehört hatten. - Foto: Andreas Arnold/dpa

Nach dem großen Warnstreik an den grĂ¶ĂŸeren deutschen FlughĂ€fen nimmt die Gewerkschaft Verdi wieder andere Bereiche des öffentlichen Dienstes ins Visier. FĂŒr die nĂ€chsten Tage sind zehntausende öffentlich BeschĂ€ftigte von der MĂŒllabfuhr bis zu den Wasserstraßen zu weiteren Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Unter den BeschÀftigten herrsche «maximale VerÀrgerung», dass die Arbeitgeber immer noch kein Angebot vorgelegt hÀtten und weiter mauern, sagt Gewerkschaftschef Frank Werneke. «Die öffentlichen Arbeitgeber sollten wissen, dass wir durchsetzungsfÀhig sind. Das wird in den kommenden Tagen noch einmal deutlich gemacht.» 

Die Lufthansa wie auch andere Gesellschaften streben fĂŒr den Dienstag einen möglichst reibungslosen Neustart an. Flugzeuge wĂŒrden entsprechend positioniert und DienstplĂ€ne angepasst, teilte der Konzern mit. Zu Tagesbeginn könne es noch ruckeln, der Flugbetrieb werde sich aber im Laufe des Tages normalisieren, sagt ein Sprecher des Frankfurter Betreibers Fraport. 

Leere Terminals

Der zum Teil schon am Vortag begonnene Warnstreik an 13 deutschen FlughĂ€fen hat am Montag große Teile des Flugverkehrs lahmgelegt. An den FlughĂ€fen blieben die Abflughallen leer, weil die meisten Passagiere rechtzeitig von den Aktionen gehört hatten. Allein am grĂ¶ĂŸten deutschen Airport in Frankfurt wurden 1.070 Starts und Landungen gestrichen. 

Dem Flughafenverband ADV zufolge sind deutschlandweit mindestens 3.500 FlĂŒge ausgefallen und 560.000 Passagiere nicht an ihr Ziel gekommen. Bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) wurde fĂŒr Montag mit 3.900 InstrumentenflĂŒgen ein deutlicher RĂŒckgang im Luftraum um rund 60 Prozent registriert, wie ein Sprecher in Langen berichtet. Die meisten verbliebenen Flugbewegungen waren ÜberflĂŒge ohne Start oder Landung in Deutschland. 

Einige FlĂŒge verlagert

Bestreikt wurden die FlughĂ€fen Frankfurt, MĂŒnchen, Berlin, Hamburg, Hannover, Bremen, DĂŒsseldorf, Dortmund, Köln/Bonn, Leipzig/Halle und Stuttgart. An den Airports Weeze bei DĂŒsseldorf und Karlsruhe/Baden-Baden waren nur die BeschĂ€ftigten des Luftsicherheitsbereichs zum Ausstand aufgerufen. Der Warnstreik sollte an einzelnen FlughĂ€fen bis in die frĂŒhen Morgenstunden dauern. 

Einige wenige Passagiere kamen trotz der flĂ€chendeckenden Streiks an ihr Ziel, weil Fluggesellschaften einige FlĂŒge an nicht bestreikte FlughĂ€fen in der Nachbarschaft verlagern konnten. So kam der kleine Airport in Braunschweig mit sechs zusĂ€tzlichen Starts und drei außerplanmĂ€ĂŸigen Landungen an die Grenzen seiner KapazitĂ€t. Am HunsrĂŒck-Flughafen Hahn starteten auf einmal Jets der Lufthansa-Tochter Discover zu Überseezielen, nachdem die Passagiere aus Frankfurt mit dem Bus dorthin gefahren wurden. 

Mehrere Tarifkonflikte

Aufgerufen hatte Verdi die öffentlich Bediensteten der Flughafenbetreiber, der Bodenverkehrsdienste sowie die BeschÀftigten an den Luftsicherheitskontrollen. 

Hintergrund sind zwei verschiedene Tarifkonflikte: Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen fĂŒr den Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen unter anderem acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber monatlich 350 Euro mehr, sowie drei zusĂ€tzliche freie Tage. Die Arbeitgeber haben bisher kein konkretes Angebot vorgelegt. Die nĂ€chste Verhandlungsrunde ist fĂŒr diesen Freitag (14. MĂ€rz) in Potsdam geplant.

In der Luftsicherheit fordert Verdi unter anderem die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, 30 Tage Urlaub und Zusatzurlaub fĂŒr Schichtarbeit. Über den neuen Manteltarifvertrag mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) wird erst am 26. und 27. MĂ€rz wieder verhandelt. 

Missbrauch des Streikrechts? 

Die Luftverkehrsbranche wirft Verdi Missbrauch des Streikrechts vor. Es wĂŒrden sogenannte Warnstreiks als Tarnung fĂŒr weitreichende AusstĂ€nde genutzt und Knotenpunkte der Volkswirtschaft gezielt lahmgelegt, sagt der Eurowings-Chef und PrĂ€sident des Branchenverbandes BDL, Jens Bischof. 

Er verlangt ein «Streikgesetz» mit einer verbindlichen Schlichtung vor AusstĂ€nden in der kritischen Infrastruktur. Der aktuelle «Tag des Stillstands» liefere den letzten Anstoß dafĂŒr. Die im BDLS organisierten Arbeitgeber kritisierten die Warnstreikausweitung, VerhandlungsfĂŒhrer Christian Huber bezeichnete sie als «nicht zielfĂŒhrend».

@ dpa.de