VerdachtsfÀlle, Rechtsextremismus

Mehr VerdachtsfÀlle auf Rechtsextremismus bei der Bundeswehr

02.09.2025 - 20:02:32

Die meisten neuen Extremismus-VerdachtsfÀlle in der Truppe betreffen Rechtsextremismus. Welche Rolle aktuelle politische Krisen und gesellschaftliche Spaltung dabei spielen.

Die Zahl neuer FĂ€lle bei der Bundeswehr, bei denen ein Verdacht auf Extremismus geprĂŒft wird, ist im vergangenen Jahr stabil gewesen. 2024 kamen 302 FĂ€lle hinzu - fĂŒnf weniger als im Vorjahr, wie aus dem Jahresbericht des Verteidigungsministeriums hervorgeht. Insgesamt bearbeitete der MilitĂ€rische Abschirmdienst (MAD), der mit der Abwehr von Spionage und Extremismus in den StreitkrĂ€ften betraut ist, Ende vergangenen Jahres 1.159 FĂ€lle.

Den Angaben zufolge entfiel ein Großteil der neuen FĂ€lle mit 216 auf den Bereich Rechtsextremismus. 2023 waren in diesem Bereich 178 FĂ€lle hinzugekommen. Mit drei Vierteln (875) liegt der Anteil an der Gesamtzahl der VerdachtsfĂ€lle ebenfalls hoch. 

18 neue Extremisten

Im Bereich Linksextremismus kamen im vergangenen Jahr 11 neue FĂ€lle hinzu, im Bereich des Islamismus waren es 33. Mit Verdacht auf auslandsbezogenen Extremismus zĂ€hlte der MAD 31 neue FĂ€lle, ein neuer Fall kam aus dem PhĂ€nomenbereich der Scientology-Organisation. Mit Blick auf sogenannte ReichsbĂŒrger und Selbstverwalter kamen fĂŒnf FĂ€lle neu hinzu.

18 Menschen wurden 2024 neu als Extremisten eingestuft, vier mehr als im Vorjahr.

Die GrĂŒnde fĂŒr gestiegene Zahlen sind dem Bericht zufolge «vielschichtig und hĂ€ngen unter anderem von politischen Faktoren sowie Kriegen und globalen Krisen» ab. «Die zunehmende politische Spaltung innerhalb der Gesellschaft kann extremistische Ansichten verstĂ€rken», heißt es. «Als Spiegelbild der Gesellschaft sieht sich auch die Bundeswehr einer wachsenden Gefahr extremistischer Verhaltensweisen gegenĂŒber.»

Der MAD habe unter anderem FĂ€lle im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt, dem Krieg in der Ukraine sowie dem sogenannten Sylt-Video bearbeitet, in dem mehrere GĂ€ste einer Bar auf Sylt zu dem Party-Hit «L’amour toujours» rassistische Parolen grölten. Zugleich gebe es unter anderem ein «sensibleres Meldeverhalten der Truppe».

@ dpa.de