Nationalfeiertag, Schwesig

Nationalfeiertag: Schwesig zeigt VerstĂ€ndnis fĂŒr Frust Ostdeutscher

03.10.2024 - 13:17:28

Die MinisterprĂ€sidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hat beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit VerstĂ€ndnis fĂŒr den Frust vieler Ostdeutscher 34 Jahre nach der Wiedervereinigung gezeigt.

Sie habe selbst erlebt, wie ihr Vater damals arbeitslos wurde und sein Betrieb geschlossen wurde. "Es war schwer - fĂŒr die ganze Familie. Und manchmal ist es das immer noch", sagte Schwesig.

"Und deswegen verstehe ich Menschen, die auch enttĂ€uscht und verletzt sind." FĂŒr die meisten Menschen in den westdeutschen LĂ€ndern habe sich durch die Deutsche Einheit nicht viel geĂ€ndert, erklĂ€rte die MinisterprĂ€sidentin. "Aber fĂŒr uns Menschen in Ostdeutschland, fĂŒr unsere Familien, Ă€ndere sich hingegen fast alles. Angesichts dieser Erfahrung ist nachvollziehbar, dass die Sorge, das Erreichte könne wieder verloren gehen, in Ostdeutschland ausgeprĂ€gter ist." Der Osten bleibe anders, sagte Schwesig, die als aktuelle BundesratsprĂ€sidentin Gastgeberin des Festaktes war. Über die Unterschiede sei man in der Vergangenheit zu oft hinweggegangen. Man mĂŒsse Unterschiede jedoch ernst nehmen und auf Augenhöhe miteinander reden. Zudem mĂŒsse der Osten öfter fĂŒr seine Expertise wahrnehmbar werden, und nicht nur bei Problemen in den Fokus geraten. "Der Osten kann mit seinen Erfahrungen und Lösungen ganz Deutschland bereichern", sagte die MinisterprĂ€sidentin. Schwesig dankte ausdrĂŒcklich denjenigen, die bei den Montagsdemonstrationen auf die Straße gingen und die sich nicht sicher sein konnten, ob sie am Abend dafĂŒr im Stasi-Knast landen wĂŒrden. Als im Westen kaum jemand an VerĂ€nderung im Osten geglaubt habe, hĂ€tten die Menschen im Osten Freiheit und Demokratie gefordert. "Ich danke allen von Herzen, die damals so mutig, so aufrichtig waren", sagte die BundesratsprĂ€sidentin.

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