Pistorius, Artillerie

Pistorius will Artillerie stÀrken

16.09.2024 - 17:25:43 | dpa.de

Die Modernisierung der Artillerie der Bundeswehr soll Anfang des kommenden Jahres konkrete Formen annehmen.

Das sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei einem Besuch der Artillerieschule in Idar-Oberstein. Das Ministerium arbeite daran, dass Anfang nĂ€chsten Jahres die Vorlagen fĂŒr die Beschaffung der Radhaubitze RCH 155 und der nötigen Munition den Bundestag erreichten.

Pistorius bestĂ€tigte, dass die Zahl der Artillerie-Bataillone von bisher fĂŒnf erhöht werden soll. Wie viele zusĂ€tzliche Bataillone geschaffen werden sollen, wollte Pistorius nicht sagen.

"Wir brauchen das auf Divisionsebene, wir brauchen es auf Brigadeebene. Deswegen wird es einige Bataillone brauchen in den nĂ€chsten Jahren." Das Verteidigungsministerium arbeite auch an den Beschaffungsvorlagen fĂŒr das Puls genannte Nachfolgesystem fĂŒr den Raketenwerfer Mars II.

Wieder mehr Investitionen

Die Zeiten, in denen zu wenig investiert wurden, seien vorbei, sagte Pistorius. Bis Ende 2026 sollten 22 Panzerhaubitzen vom Typ 2000 geliefert werden. Davon gingen 18 in die Brigade in Litauen, aber vier direkt "wieder zur AuffĂŒllung".

Im Sommer seien zudem zwei nationale Fertigungslinien fĂŒr die Artillerie auf den Weg zu gebracht worden. Das mache Deutschland unabhĂ€ngiger von der Lieferung von Sprenggeschossen aus dem Ausland, sagte der Minister.

Vor kurzem hatte Pistorius die Lieferung von insgesamt zwölf weiteren Panzerhaubitzen 2000 an die Ukraine angekĂŒndigt. "Sechs davon werden noch in den nĂ€chsten acht Wochen, denke ich, ausgeliefert werden", sagte er.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zeige, wie groß die Bedeutung der Artillerie auf dem modernen Gefechtsfeld sei. Eine Landstreitkraft sei "ohne eine effektive und einsatzbereite Artillerie kaum handlungsfĂ€hig".

Die Artillerieschule in Idar-Oberstein ist die zentrale AusbildungsstĂ€tte der Bundeswehr fĂŒr die Artillerietruppen. Die 1956 gegrĂŒndete Einrichtung bildet Offiziere, AnwĂ€rter und Unteroffiziere in verschiedenen LehrgĂ€ngen aus. Die Artillerie unterstĂŒtzt Kampftruppen des Heeres. Zu ihren Hauptwaffensystemen gehören die Panzerhaubitze 2000 und der Raketenwerfer Mars II.

Schulung ukrainischer Soldaten

In der Artillerieschule werden seit Mai 2022 auch ukrainische Soldaten fĂŒr die Bedienung der Waffensysteme geschult. Rund 500 ukrainische Soldaten konnten bisher an den beiden Systemen ausgebildet werden, sagte Pistorius. 2025 werde die Artillerieschule zusĂ€tzlich die Ausbildung ukrainischer Soldaten an der Radhaubitze unterstĂŒtzen.

Die Artillerieschule steht vor massiven Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten. Rund 150 Millionen Euro sollen in den nĂ€chsten Jahren investiert werden. "Die Infrastruktur ist eine riesige Herausforderung. Sie ist das Stiefkind der Bundeswehr in den letzten 30, 40 Jahren gewesen", sagte Pistorius. Die Arbeiten wĂŒrden vorangetrieben.

Im Mittelpunkt des Besuches des Ministers standen GesprÀche mit Soldatinnen und Soldaten sowie Mitarbeitenden am Standort. Die Schule zÀhlt insgesamt rund 500 Lehrgangsteilnehmer pro Jahr.

"Großes Abenteuer"

Die ersten Ausbildungen mit den ukrainischen Soldaten seien "ein großes Abenteuer" gewesen, sagte Kasernenkommandant Andreas Orth. Die Ukrainer seien hoch motiviert gewesen. Es sei eine "große Freude" gewesen, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Anfangs sei es schwer gewesen, sie nach sieben Wochen Ausbildungszeit gehen zu lassen, sagte Orth. Man habe sich gefragt, ob man ihnen auch genug beigebracht habe. "Wir wussten, wenn sie es nicht können, dann werden sie sterben. Wir waren dann sehr froh, als wir RĂŒcklĂ€ufer bekamen aus der Ukraine, dass es funktioniert."

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
politik | 65780769 |