KMK-PrÀsidentin, Forderung

KMK-PrĂ€sidentin weist Forderung nach VerfassungsĂ€nderung zurĂŒck

27.12.2023 - 13:52:37

Die neue PrĂ€sidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Christine Streichert-Clivot (SPD), hat den Vorstoß von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) fĂŒr eine GrundgesetzĂ€nderung zurĂŒckgewiesen.

Statt mit Blick auf die schlechten Ergebnisse Deutschlands beim jĂŒngsten Pisa-Test ĂŒber zusĂ€tzliche Kompetenzen zu diskutieren, "sollten wir schauen, wie wir gemeinsame Programme realisieren können, ohne stĂ€ndig neu verhandeln zu mĂŒssen", sagte die saarlĂ€ndische Bildungsministerin dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). "Das ist nĂ€mlich beim Digitalpakt und war beim Startchancenprogramm ein großer Bremsklotz", kritisierte sie die GesprĂ€che mit dem Bund.

Mit dem Startchancenprogramm will der Bund 4.000 Schulen in besonders kritischen Lagen ab 2024/25 mit jĂ€hrlich einer Milliarde Euro fördern. "Einen großen pĂ€dagogischen Schub", erhofft sich die KMK-Vorsitzende fĂŒr 2024 vor allem vom Recht auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule. Der Rechtsanspruch setzt im Herbst 2026 in der 1. Klasse ein und wird bis 2029 auf alle Klassen ausgeweitet. Dabei gehe es um "ein Pflichtangebot, das Kinder in einem pĂ€dagogisch konzipierten Programm vor- und nachmittags fördert", sagte Streichert-Clivot. Denn "in solchen `echten` Ganztagsschulen können Kinder auch deutlich besser gefördert werden als in der Halbtagsschule, LehrkrĂ€fte und SozialpĂ€dagogen haben einen besseren Zugang". Eine Vorschulpflicht fĂŒr Kinder mit Sprachdefiziten wie in Hamburg lehnt sie ab. "Eine Pflicht fĂŒr eine ausgewĂ€hlte Gruppe sehe ich skeptisch, und Sprachförderung allein reicht nicht. In Frankreich gehen alle in die Vorschule." DafĂŒr seien jedoch die Jugend- und Familienminister zustĂ€ndig, mit denen die KMK kĂŒnftig enger zusammenarbeiten wolle. "Denn mit dem Zuzug von Migranten und der steigenden FrauenerwerbstĂ€tigkeit steigt eben auch die Nachfrage nach KitaplĂ€tzen."

@ dts-nachrichtenagentur.de