Niederlande jubeln ĂŒber 3:0 - Erstes Viertelfinale seit 2008
02.07.2024 - 19:57:28Donyell Malen genoss die Umarmungen seiner Teamkollegen und lieĂ sich mit ungewohntem GefĂŒhl von den Tausenden Oranje-Fans auf der TribĂŒne der MĂŒnchner Arena feiern. Im Stadion des FC Bayern traf der Dortmunder StĂŒrmer beim 3:0 (1:0) der wiedererstarkten Niederlande gegen den leidenschaftlichen AuĂenseiter RumĂ€nien gleich zweimal und sicherte so den Einzug der Elftal ins erste EM-Viertelfinale seit 16 Jahren ab. Gegner am Samstag in Berlin ist die TĂŒrkei.
Der herausragende Cody Gakpo (20. Minute) vom FC Liverpool hatte die in der Heimat seit Tagen kritisierte Auswahl von Bondscoach Ronald Koeman in FĂŒhrung gebracht. Der eingewechselte Malen (83. und 90.+3) entschied die Partie und konnte im Stadion des groĂen Bundesligakonkurrenten feiern. Beim 2:0 des BVB im MĂ€rz hatte Malen verletzt gefehlt.
«Ich freue mich, dass ich dem Team helfen konnte, dass wir gewonnen haben», sagte Malen bescheiden in der ARD. Gakpo Ă€uĂerte mit Blick auf die bislang wenig ĂŒberzeugenden Leistungen der Elftal: «Wir haben eine gute Reaktion gezeigt. Es war ein Schritt in die richtige Richtung. (...) Wir haben gut gespielt.»
In der Stadt des einzigen niederlĂ€ndischen Titelgewinns vor 36 Jahren freute sich Koeman trotz anfĂ€nglichem Chancenwuchers ĂŒber eine dominante Vorstellung und das letztlich ungefĂ€hrdete Weiterkommen. Nur noch zwei Schritte sind es Richtung Finale am 14. Juli in Berlin. Durch den klaren Erfolg dĂŒrften die Niederlande bei der Frage nach den Turnierfavoriten wieder stĂ€rker eingeschĂ€tzt werden.
Einzelleistung sorgt fĂŒr 1:0
Gakpo hatte den Start in die K.-o.-Runde eine Woche nach dem ernĂŒchternden 2:3 gegen Ăsterreich als Beginn eines neuen Turniers bezeichnet - und der 25-JĂ€hrige ging mit seinem Tor voran. Nach einer feinen Einzelleistung zog er aus etwa zwölf Metern ab. Der Ball schlug mit 121 km/h im kurzen Eck von RumĂ€niens Schlussmann Florin Nita ein.Â
Einen zweiten Treffer des ehemaligen Spielers von JĂŒrgen Klopp gab der Berliner Schiedsrichter Felix Zwayer nach Check des Videoassistenten nicht (63.). Gakpo steht bei drei Turnier-Toren. Zum vorentscheidenden 2:0 gab der Angreifer die Vorlage.
Kein neues Trainer-MĂ€rchen
Nach einer mutigen Anfangsphase, in der die OsteuropĂ€er die Niederlande mit einem energischen Pressing kurzzeitig vor Schwierigkeiten gestellt hatten, kam nach Gakpos Wirkungstreffer nicht mehr viel Gefahr auf. Fast auf den Tag genau 30 Jahre nach dem groĂen Erfolg der RumĂ€nen mit Anghel Iordanescu als Trainer im WM-Achtelfinale gegen Argentinien, blieb seinem Sohn Edward Iordanescu ein Ă€hnlicher Turnier-Coup als Coach verwehrt.Â
Zwar gingen seine «von einem ganzen Land» angetrieben Nationalspieler mit viel Leidenschaft und immer wieder gefeierten GrĂ€tschen zur Sache. Aber auch bedingt durch Verletzungspech - Ianis Hagi musste nach einer Platzwunde frĂŒh mit einem Kopfverband spielen und Verteidiger Vasile Mogos noch vor der Pause raus - blieb es vor der Pause beim Warnschuss von Dennis Man (14.). Der wurde von den rumĂ€nischen Fans, die ihr Team lautstĂ€rker als die Oranje-AnhĂ€nger anfeuerten, trotzdem bejubelt.Â
Ein SchĂŒsschen von Xavi Simons
Weitaus öfter tauchten die NiederlĂ€nder vor dem RumĂ€nen-Tor auf. Die zehn Ecken alleine in HĂ€lfte eins sorgten aber nicht fĂŒr das von Bondscoach Koeman ersehnte Tor. KlĂ€glich scheiterte zudem Xavi Simons, der als ein Kandidat fĂŒr den FC Bayern gehandelt wird, in seinem womöglich kĂŒnftigen Heimstadion. Der 21-JĂ€hrige ĂŒberlegte zentral vor dem Tor zu lange, wie der denn nun abschlieĂen wolle. Heraus kam ein Kullerball neben das Tor (44.).
Nachdem die Elftal vor der Pause verpasst hatte, das 2:0 zu erzielen, blieb es nach dem Seitenwechsel spannend. Der AuĂenseiter stemmte sich gegen das EM-Aus. Die Niederlande lieĂen es wie schon in der ersten HĂ€lfte im finalen Augenblick immer wieder an der PrĂ€zision vermissen. Oder Nita rettete, wie beim Distanzschuss von Gakpo (62.).
In der Schlussphase mit mehreren Gelegenheiten fĂŒr Oranje traf dann der Dortmunder Malen gleich zweimal. Auf den TribĂŒnen jubelten Tausende NiederlĂ€nder ĂŒber den Einzug ins Viertelfinale.





