Studie: Drei Viertel der KrankenhÀuser in den roten Zahlen
29.08.2025 - 05:39:09Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.
"Die Zahl der KrankenhĂ€user, die negative Ergebnisse schreiben, wird immer gröĂer, und die Anzahl derjenigen, die Gewinn machen, wird immer geringer", sagte Peter Magunia, leitender Fachmann fĂŒr das Gesundheitswesen bei Roland Berger. Die Unternehmensberatung veröffentlicht die Krankenhausstudie jĂ€hrlich, fĂŒr die neue Ausgabe wurden 850 Krankenhaus-GeschĂ€ftsfĂŒhrer und FĂŒhrungskrĂ€fte befragt. 2023 arbeitete nach der damaligen Umfrage zumindest eine knappe HĂ€lfte der HĂ€user noch wirtschaftlich.
Existenzbedrohende Verluste
"Die Defizite sind teilweise sehr, sehr hoch, bei einzelnen HĂ€usern sind es ĂŒber 100 Millionen Euro Defizit", sagte Magunia. "Da geraten selbst starke öffentliche TrĂ€ger an ihre Grenzen."
Die Zahl der Klinikinsolvenzen hat nach Worten des Beraters aber weniger stark zugenommen als erwartet. "Die Einrichtungen sind sich alle ihrer Verantwortung bewusst und versuchen natĂŒrlich, die Gesundheitsversorgung so lange wie möglich aufrechtzuerhalten", sagte Magunia. "Viele Kommunen schichten dafĂŒr Mittel um und verschieben dafĂŒr andere Vorhaben."
ZusammenschlĂŒsse und SchlieĂungen
Wahrscheinliche Folge der Krankenhauskrise werden nach EinschĂ€tzung der Unternehmensberatung mehr Fusionen und weitere SchlieĂungen sein. "Was wir aktuell sehen, ist, dass vermehrt ĂŒber ZusammenschlĂŒsse nachgedacht wird, teilweise trĂ€ger- und landkreisĂŒbergreifend", sagte Magunia. "Mehrere TrĂ€ger tun sich zusammen, bilden einen Krankenhausverbund und schlieĂen ein oder zwei ihrer HĂ€user."
Zu wenig Geld fĂŒr hohen Investitionsbedarf
Roland Berger erwartet gröĂere Transformationen. "Um aus der Misere herauszukommen, reduzieren KrankenhĂ€user die Zahl ihrer Standorte, Ă€ndern ihr Leistungsportfolio, und investieren in den Ausbau der ambulanten Versorgung", sagte Magunia. "Wir schĂ€tzen den Investitionsbedarf in den nĂ€chsten Jahren auf 130 Milliarden Euro, fĂŒr BaumaĂnahmen, IT und Digitalisierung. Die vorhandenen Fördermittel reichten dafĂŒr nicht aus, selbst mit den 50 Milliarden Euro des Krankenhaustransformationsfonds nicht."
Der Fonds geht noch auf die alte Bundesregierung zurĂŒck und soll die Kliniken bei der Modernisierung unterstĂŒtzen. FĂŒr die nĂ€here Zukunft erwarten viele HĂ€user laut den Beratern eine weitere Verschlechterung, lĂ€ngerfristig wieder eine Verbesserung - was nicht gleichbedeutend mit schwarzen Zahlen ist.

