Renten-PlÀne, Ampel

Wirtschaft lobt neue Renten-PlÀne der Ampel

11.07.2024 - 06:42:45

Die PlĂ€ne der Bundesregierung, Ă€ltere Arbeitnehmer mithilfe von einer Einmalzahlung lĂ€nger im Job zu halten, werden von den Arbeitgebern begrĂŒĂŸt.

"ZusĂ€tzliche finanzielle Anreize fĂŒr die BeschĂ€ftigten sind ein wichtiger Schritt", sagte der stellvertretende HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Achim Dercks, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben). Bei der Ausgestaltung einer neuen PrĂ€mie komme es aber darauf an, dass damit keine bĂŒrokratischen oder finanziellen Belastungen fĂŒr die Betriebe verbunden seien. Das Ziel, mehr Ältere ĂŒber das Renteneintrittsalter hinaus in BeschĂ€ftigung zu halten, sei jedoch "goldrichtig", so Dercks. Die Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde (BDA) hĂ€lt die Grundidee fĂŒr "richtig".

"Wenn dieser Zuschlag kĂŒnftig kapitalisiert als sogenannte RentenaufschubprĂ€mie ausgezahlt werden kann, könnte das ein Anreiz sein, lĂ€nger zu arbeiten und spĂ€ter in Rente zu gehen. Denn dann wird dieser finanzielle Vorteil sofort spĂŒrbar", heißt es von der Organisation auf Anfrage der Funke-Zeitungen. Auf die konkrete Ausgestaltung komme es allerdings an. Wichtig sei, dass die Höhe der geplanten PrĂ€mie ausgabenneutral kalkuliert werde und damit nicht die Beitragszahler zusĂ€tzlich belaste. Als Teil ihrer Wachstumsinitiative hatten sich die Ampel-Spitzen auch auf eine sogenannten RentenaufschubprĂ€mie geeinigt. Wer lĂ€nger arbeitet und den Rentenbeginn aufschiebt, kann so die entgangenen Rentenzahlungen und den seitens der Rentenversicherung eingesparten Beitrag zu Krankenversicherung abgabenfrei ausbezahlt bekommen. Die Möglichkeit der Einmalzahlung ist als ErgĂ€nzung zu der bislang schon bestehenden Flexirente geplant. Bei dieser Option erhalten Menschen, die ihren Rentenbeginn aufschieben, fĂŒr jeden nach der Altersgrenze gearbeiteten Monat eine um 0,5 Prozent erhöhte Rentenleistung. Anreize zu schaffen, um Ă€ltere Menschen lĂ€nger im Job zu halten, sind vor allem deswegen nötig, weil in den kommenden Jahren die geburtenstarken JahrgĂ€nge aus der Babyboomer-Generation in den Ruhestand gehen. Laut Mikrozensus 2021 werden 12,9 Millionen Erwerbspersonen bis 2036 das Renteneintrittsalter ĂŒberschritten haben. Bezogen auf das Berichtsjahr 2021 entspricht das laut Statistischem Bundesamt knapp 30 Prozent der dem Arbeitsmarkt zur VerfĂŒgung stehenden Erwerbspersonen. Der Wirtschaftsweise Martin Werding Ă€ußerte sich in den Funke-Zeitungen hingegen skeptisch mit Blick auf den Erfolg der RentenaufschubprĂ€mie. Er rechne nicht mit "massiven Effekten". Der verbreitete Wunsch nach einem frĂŒhen Renteneintritt lasse sich nicht leicht beeinflussen, so Werding "Die bisher schon geltenden ZuschlĂ€ge von sechs Prozent fĂŒr jedes zusĂ€tzliche Erwerbsjahr nach der Regelaltersgrenze werden in der Praxis kaum genutzt. Der Gedanke, sie in einer einmalig ausgezahlten RentenaufschubprĂ€mie zu bĂŒndeln, ist daher interessant. Das macht die erhöhten RentenansprĂŒche viel sichtbarer", sagte er weiter. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) begrĂŒĂŸte die PlĂ€ne. In der Einmalzahlung sieht die Interessenvertretung eine "schöne zusĂ€tzliche Regelung" und einen "interessanten Anreiz, den Renteneintritt eventuell doch etwas nach hinten zu schieben". "Der Reiz kann hierbei darin liegen, dass zum Beispiel nach einem Jahr mehr Arbeit das Geld fĂŒr ein neues Dach oder eine lĂ€ngere Reise da ist. Voraussetzung ist jedoch, dass die Menschen gesund und fit genug zum Arbeiten sind", sagte die SoVD-Vorstandschefin Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Finanziell gesehen könnte sich die RentenaufschubprĂ€mie schnell rechnen, sagte der Wirtschaftsweise Werding weiter. "Wenn sie den zusĂ€tzlichen RentenansprĂŒchen durch die bisherigen ZuschlĂ€ge entsprechen soll, könnten sich fĂŒr Standardrentner rund 20.000 Euro ergeben, wenn sie ein Jahr lĂ€nger arbeiten", sagte er.

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