Uni-PrÀsidentin, GesprÀche

Uni-PrÀsidentin verteidigt GesprÀche mit Besetzern

24.05.2024 - 08:42:03

Die PrĂ€sidentin der Berliner Humboldt-UniversitĂ€t wird wegen der Duldung der Besetzung von RĂ€umen von propalĂ€stinensischen Aktivisten kritisiert. Nun erlĂ€utert sie ihre GrĂŒnde.

  • Ein Teil der Aktivisten verließ die RĂ€ume freiwillig, ein weiterer Teil wurde von der Polizei hinausgefĂŒhrt. - Foto: Christophe Gateau/dpa

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  • PropalĂ€stinensische Aktivisten hatten RĂ€ume der Humboldt-UniversitĂ€t aus Protest gegen Israel und zur UnterstĂŒtzung der PalĂ€stinenser besetzt. - Foto: Soeren Stache/dpa

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Ein Teil der Aktivisten verließ die RĂ€ume freiwillig, ein weiterer Teil wurde von der Polizei hinausgefĂŒhrt. - Foto: Christophe Gateau/dpaPropalĂ€stinensische Aktivisten hatten RĂ€ume der Humboldt-UniversitĂ€t aus Protest gegen Israel und zur UnterstĂŒtzung der PalĂ€stinenser besetzt. - Foto: Soeren Stache/dpa

Die PrÀsidentin der Berliner Humboldt-UniversitÀt (HU), Julia von Blumenthal, hat ihre Strategie des Dialogs mit propalÀstinensischen Besetzern von HochschulrÀumen verteidigt.

«Wir sind mit unserer Duldung an eine Grenze gegangen, weil wir davon ĂŒberzeugt sind, dass es notwendig ist, diese Grenzen auszuloten, ob wir mit den Studierenden noch in einen Dialog kommen können», sagte von Blumenthal im RBB-Inforadio vom Rundfunk Berlin-Brandenburg. Mit einer von zwei beteiligten Studenten-Gruppen sei es möglich gewesen, in Dialog zu treten und Vereinbarungen zu treffen, etwa keine weiteren Graffiti-Schmierereien vorzunehmen.

Am Donnerstag sei dann aber «von oben entschieden» worden, die besetzten RĂ€umlichkeiten von der Polizei nach rund einem Tag des Protests rĂ€umen zu lassen. «Wir waren (...) in der Situation dort in einem Dialog, und aus unserer Sicht hĂ€tten wir noch etwas Zeit gebraucht, um zu sehen, ob wir selbst diesen Dialog zu einem Ergebnis fĂŒhren können oder nicht», sagte von Blumenthal dazu. «Wir wollten eben diesen Versuch selbst an ein Ende fĂŒhren. Und so mussten wir den Dialogversuch abbrechen.»

Uni-Leitung setzte auf Dialog mit Besetzern

PropalĂ€stinensische Aktivisten hatten am Mittwoch HU-RĂ€ume aus Protest gegen Israel und zur UnterstĂŒtzung der PalĂ€stinenser besetzt. Die UniversitĂ€tsleitung duldete das zunĂ€chst und setzte auf einen Dialog mit Besetzern und Wissenschaftlern. Am Donnerstagabend rĂ€umte die Polizei das besetzte GebĂ€ude. Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) habe die Anweisung in Übereinstimmung mit dem Regierenden BĂŒrgermeister Kai Wegner (CDU) gegeben, postete von Blumenthal am Abend auf der Plattform X (frĂŒher Twitter). CDU und SPD hatten die zeitweise Duldung der Besetzung kritisiert.

«Die Frage der RĂ€umung war fĂŒr uns immer eine Option», erlĂ€uterte die UniversitĂ€ts-PrĂ€sidentin am Freitagmorgen in dem RBB-Interview. Es sei klar gewesen, dass die Uni den Besetzern eine Frist gesetzt habe. «Wir hĂ€tten sie nach dieser Frist aufgefordert zu gehen, und wenn sie nicht freiwillig gegangen wĂ€ren, hĂ€tten auch wir gerĂ€umt», so von Blumenthal. «SelbstverstĂ€ndlich. Wir hĂ€tten diese Besetzung nicht lĂ€nger als ĂŒber diesen Abend hinaus geduldet.»

Anzeigen nach RĂ€umung

Im Zusammenhang mit der RĂ€umung hat die Berliner Polizei nach ersten Angaben 25 Strafermittlungsverfahren eingeleitet. 169 Menschen seien am Donnerstagabend kurzzeitig festgenommen worden, um deren IdentitĂ€t festzustellen, sagte eine Polizeisprecherin. Sechs weitere «freiheitsbeschrĂ€nkende Maßnahmen» habe es bei einer anschließenden Kundgebung gegeben sowie sechs weitere Anzeigen. Detaillierte Angaben zu dem Einsatz wollte die Polizei im Tagesverlauf bekanntgeben. 

@ dpa.de