Metsola will AsylantrĂ€ge auĂerhalb Europas ermöglichen
18.07.2023 - 17:45:35"Wir brauchen ein Modell, in dem jene, die wirklich Schutz benötigen, nicht erst noch das Mittelmeer ĂŒberqueren und Jahre darauf warten mĂŒssen, bis ihr Antrag genehmigt wird", sagte Metsola der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe). Die maltesische EVP-Politikerin verwies auf das UN-FlĂŒchtlingswerk, das seit Jahren darauf dringe, dass Menschen die Möglichkeit haben sollten, Asyl zu beantragen, bevor sie nach Europa kommen.
"Es wĂŒrde Leben retten", sagte Metsola. "Jetzt warten wir ab, ob Leute es mit dem Boot schaffen oder auf dem Weg ertrinken." Ein sogenanntes Botschaftsasyl gab es bis 2012 etwa in der Schweiz, in der Migrationskrise von 2015 wurde es auch in der EU diskutiert. "Die EU-Mitgliedstaaten hassen diese Idee, weil sie dafĂŒr nicht ausgestattet sind und ihre Botschaften Visa fĂŒr den gesamten Schengenraum vergeben", sagte Metsola. "Wir sollten uns wieder an einen Tisch setzen und ĂŒber sichere humanitĂ€re Korridore fĂŒr jene sprechen, die schutzbedĂŒrftig sind", forderte sie. Bei denen, die keinen Schutz bekĂ€men, solle man prĂŒfen, ob sie als ArbeitskrĂ€fte gebraucht wĂŒrden und eine Blue Card bekommen könnten. Zur gerade vereinbarten umfassenden Partnerschaft mit Tunesien Ă€uĂerte sich die Christdemokratin zurĂŒckhaltend. Einerseits sprach sie von einer "guten Grundlage, um unsere Beziehungen und unsere Zusammenarbeit mit Tunesien bei der Migration zu stĂ€rken". Andererseits verwies sie darauf, dass das EuropĂ€ische Parlament die Ăbereinkunft genau prĂŒfen werde. "Wichtig ist, dass wir eine Vereinbarung haben, die die menschliche WĂŒrde respektiert, und dass wir das Modell der Schleuser zerstören statt das Problem nur an die nordafrikanische KĂŒste zu verdrĂ€ngen", sagte sie.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


