Energie, Umweltschutz

Windenergie-Verband warnt vor Ausbaustopp der Erneuerbaren

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 12:05 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Die PrÀsidentin des Windenergie-Verbands, BÀrbel Heidebroek, kritisiert die geplanten Energiereformen der Bundesregierung.

Windenergie-Verband warnt vor Ausbaustopp der Erneuerbaren
Windrad-Bau (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Die Regierung riskiere mit dem Gesetzespaket einen Ausbaustopp bei den erneuerbaren Energien: "Wenn die PlĂ€ne von Ministerin Reiche so kommen, wĂ€re das ein wirklicher RĂŒckschritt ins fossile Zeitalter", sagte Heidebroek der "Zeit".

Am meisten schmerzt die Branche eine Regelung fĂŒr Regionen, in denen schon jetzt zahlreiche Wind- und Solarparks Ökostrom ins Netz einspeisen und wo die Anlagen wegen eines ĂŒberlasteten Stromnetzes abgeschaltet werden mĂŒssen. Dort sollen die Betreiber neuer Anlagen kĂŒnftig keine EntschĂ€digung mehr bekommen, wenn der Netzbetreiber sie wegen eines ĂŒberlasteten Stromnetzes abregelt. FĂŒr Betreiber bedeute das, dass sie pauschal rund 20 Prozent weniger Erlöse einkalkulieren mĂŒssten, warnte Heidebroek.

Weil der Preisdruck in der Branche enorm sei, rechneten sich viele Projekte so nicht mehr. Schon jetzt bauten Unternehmen, die Windparks planen, ArbeitsplĂ€tze ab. Ähnliches drohe auch anderen Betrieben in der Branche, etwa Turbinenherstellern. "Wenn aber deutsche Hersteller eingehen, profitieren davon vor allem chinesische Firmen", sagte Heidebroek. "Es kann doch niemand wollen, dass es der Windbranche am Ende wie der Solarbranche ergeht und sie von China abhĂ€ngig wird."

Das Gesetzespaket besteht aus einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und einem Gesetz, das die Bedingungen fĂŒr die Stromnetzbetreiber neu regelt. Die Regierung hatte die EntwĂŒrfe Ende Juli verabschiedet. Der Bundesverband Windenergie wirft Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor, mit den geplanten Regelungen einseitig die Produzenten von Ökostrom zu belasten - nicht aber die Stromnetzbetreiber. "Das Gesetz verpasst es, die Netzbetreiber zu einem schnelleren Ausbau zu verpflichten. Es ist also eine Lex Netzbetreiber", sagte die PrĂ€sidentin der "Zeit".

Windenergie-Lobbyistin Heidebroek beklagt zudem den schlechten Kontakt der Branche zur Wirtschaftsministerin. Zwar arbeite man gut mit dem zustÀndigen StaatssekretÀr zusammen. Aber seit dem Amtsantritt der Regierung habe Heidebroek Ministerin Reiche bislang nur einmal kurz gesprochen. "Der Dialog mit der Ministerin fehlt unserer Branche komplett", sagte Heidebroek.

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