Zusammenfassung, Haushalt/Steuern

Reisebranche gegen geplante Ticketsteuer-Erhöhung - Urlaub teurer?

21.12.2023 - 15:47:04

Die Reisebranche warnt vor Preissteigerungen infolge der geplanten Anhebung der Luftverkehrsteuer.

Das Vorhaben wĂŒrde den Sommerurlaub fĂŒr viele Millionen Menschen aus Deutschland deutlich verteuern, kritisierte der PrĂ€sident des Deutschen Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig, am Donnerstag. "Das ist eine soziale Frage mit Sprengkraft - insbesondere fĂŒr Durchschnittsverdiener mit Familie und Kindern", sagte Fiebig. "Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung ihre Haushaltsprobleme auf dem RĂŒcken von Urlaubern austrĂ€gt."

Bundesverkehrsminister Volker Wissing verteidigte die PlĂ€ne der Bundesregierung. "Wir mĂŒssen alles vermeiden, was unsere Luftverkehrswirtschaft einseitig trifft und ihre internationale WettbewerbsfĂ€higkeit einschrĂ€nkt", sagte der FDP-Politiker dem "Handelsblatt".

Die Ampel-Regierung will wegen der Haushaltskrise die Ticketsteuer auf PassagierflĂŒge anheben. Dies betrifft sĂ€mtliche PassagierflĂŒge, die von deutschen FlughĂ€fen abheben. PlĂ€ne fĂŒr eine Kerosin-Steuer im inlĂ€ndischen Flugverkehr sind damit wieder vom Tisch.

Wissing: Kerosin-Steuer hĂ€tte Tanktourismus begĂŒnstigt

"Die Kerosinbesteuerung hĂ€tte demgegenĂŒber Tanktourismus begĂŒnstigt und hĂ€tte es uns außerdem erschwert, den Luftverkehr zu dekarbonisieren, weil sie leicht umgangen werden kann", sagte Wissing. Fluggesellschaften könnten einfach an ihren auslĂ€ndischen Drehkreuzen unbesteuertes Kerosin tanken. "Deswegen habe ich mich von Beginn an fĂŒr eine europĂ€ische Luftverkehrsabgabe eingesetzt."

Die 2011 von der schwarz-gelben Regierung eingefĂŒhrte Ticketsteuer brachte im vergangenen Jahr knapp 1,2 Milliarden Euro Einnahmen fĂŒr den Staat ein. Je nach Endziel der Flugreise werden zwischen 12,73 Euro und 58,06 Euro pro Ticket fĂ€llig, was die Anbieter in der Regel an die Passagiere weitergeben.

Die Bundesregierung will aus der Steuer nun zusÀtzliche Einnahmen in einer Höhe erzielen, die den Verzicht auf die nationale Kerosinsteuer ausgleicht. Ein Regierungssprecher hatte am Dienstag von bis zu 580 Millionen Euro jÀhrlich gesprochen. Das wÀre eine Steigerung der bisherigen Einnahmen um rund 50 Prozent.

Kosten in Millionenhöhe befĂŒrchtet

Reiseveranstalter befĂŒrchten zusĂ€tzliche Belastungen, sollte die Erhöhung der Luftverkehrsteuer auch bereits erfolgte Buchungen betreffen. "Da eine nachtrĂ€gliche Preiserhöhung fĂŒr bereits gebuchte Urlaubsreisen de facto nicht möglich ist, wĂŒrden die Veranstalter auf zusĂ€tzlichen Kosten in Millionenhöhe sitzenbleiben", sagte DRV-PrĂ€sident Fiebig. Gerade in diesem Jahr hĂ€tten viele Menschen ihren Sommerurlaub besonders frĂŒh gebucht.

Auch die Luftverkehrsbranche hatte die PlĂ€ne der Bundesregierung kritisiert. Die Erhöhung der Luftverkehrsteuer sei zwar im Vergleich zur wieder verworfenen nationalen Kerosinsteuer das kleinere Übel, belaste aber Passagiere und Branche mit weiteren Kostensteigerungen, argumentierte der Airline-Verband Barig.

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