Behörden nach Sicherheitspanne beim Kanzler weiter ratlos
08.07.2023 - 07:18:44Offen ist laut eines Berichts der Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben) immer noch, wie der Mann in den Sicherheitsbereich des Flughafens gelangte. GeklÀrt ist, dass sich der Eindringling am 24. Mai mit seinem Auto nicht in die Kolonne des Kanzlers einreihte - allerdings fuhr er zwischenzeitlich im Konvoi eines anderen Politikers mit.
"Es fand eine intensive Nachbereitung mit den eingesetzten KrĂ€ften und den zustĂ€ndigen Stellen statt", teilte das fĂŒr den Personenschutz des Kanzlers zustĂ€ndige Bundeskriminalamt (BKA) mit. Dabei sei deutlich geworden, dass es "zu einer unkontrollierten und unberechtigten Einfahrt" in den Sicherheitsbereich des Frankfurter Flughafens kam. Aber: "Das Fahrzeug war weder Teil der Kolonne des Bundeskanzlers, noch fuhr es im direkten Anschluss an diese in den Sicherheitsbereich ein." Das BKA war nicht zustĂ€ndig fĂŒr die Zufahrtskontrolle und verweist darauf, dass die hessische Landespolizei die Absprachen dazu mit dem Flughafenbetreiber koordiniert habe. Die hessische Polizei war an dem Tag zudem verantwortlich fĂŒr die Kolonnenbegleitung - und zwar fĂŒr den Konvoi des Kanzlers sowie fĂŒr den Konvoi eines slowakischen Staatsgastes. Dem PolizeiprĂ€sidium Frankfurt am Main zufolge fiel den Beamten dabei das Fahrzeug des Mannes auf, das sich in der Kolonne des slowakischen Staatsgastes befand und von der Polizei "aus dieser verwiesen wurde". Demnach gibt es "bis heute keinerlei Hinweise oder Anhaltspunkte", dass der Mann innerhalb einer der offiziellen Kolonnen auf das FlughafengelĂ€nde gelangte. "Vielmehr fuhr der Wagen im Anschluss, also nach den Kolonnen, in den Luftsicherheitsbereich ein", teilte das PolizeiprĂ€sidium weiter mit - erklĂ€rte allerdings weiter, dass "die konkreten GrĂŒnde fĂŒr die unberechtigte Zufahrt in den Luftsicherheitsbereich bislang nicht vollends aufgeklĂ€rt werden konnten". Die Sicherheitspanne sei neben den "besonderen UmstĂ€nden einer solchen Begleitfahrt" auch "ungenĂŒgenden Absprachen" zwischen dem Sicherheitspersonal des Flughafenbetreibers und der Kolonnenbegleitung geschuldet. Auf dem Flugfeld gab es laut BKA einen Austausch zwischen Scholz und den eingesetzten Polizisten aus Hessen. "In dieser Situation nĂ€herte sich eine mĂ€nnliche Person, die den Bundeskanzler aus einem HĂ€ndeschĂŒtteln heraus spontan umarmte." Die Situation sei "weder stĂŒrmisch noch aggressiv" gewesen. Angesichts dieser "GesamtumstĂ€nde" habe es keinen "Anlass fĂŒr ein unmittelbares Einschreiten" der "im direkten Nahbereich anwesenden" PersonenschĂŒtzer gegeben. Die Bundespolizei griff den Mann im Anschluss in seinem Fahrzeug im Sicherheitsbereich auf. Gegen ihn laufen der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main zufolge Ermittlungen wegen Hausfriedensbruch.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


