MesserkriminalitÀt, SPD

MesserkriminalitĂ€t: SPD kritisiert FDP fĂŒr Blockade

11.08.2024 - 19:09:16

Die SPD-Bundestagsfraktion wirft ihrem Koalitionspartner FDP vor, eine ĂŒberfĂ€llige Reform des deutschen Waffenrechts zu blockieren.

"Wir brauchen endlich die notwendige GesetzesverschĂ€rfung. Diese scheiterte bislang jedoch an der FDP", sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Sebastian Hartmann, der "Welt" (Montagausgabe). "Ich fordere meinen Koalitionspartner auf, die Blockade zu beenden und seiner Verantwortung gegenĂŒber der Sicherheit der Menschen in diesem Land gerecht zu werden." Wegen der anhaltend steigenden Zahl an Gewaltdelikten mit Messereinsatz plant Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) laut "Bild am Sonntag", das Waffenrecht zu verschĂ€rfen.

Die PlĂ€ne, die unter anderem restriktivere Vorgaben zum MitfĂŒhren von Messern in öffentlichen RĂ€umen vorsehen, stelle die Minister "in KĂŒrze" vor, hieß es. Faesers Vorhaben wird vom Koalitionspartner BĂŒndnis 90/GrĂŒne unterstĂŒtzt. "Die Reform des Waffenrechts ist lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig. Die von Faeser vorgeschlagenen VerschĂ€rfungen sind ein Schritt in die richtige Richtung", sagte die erste parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Irene Mihalic der "Welt". Die FDP dagegen verweist auf die ZustĂ€ndigkeit der LĂ€nder. Der FĂŒhren von Messern in der Öffentlichkeit seit bereits stark reglementiert, so der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Manuel Höferlin. "Das Waffengesetz gibt den LĂ€ndern weitreichende Möglichkeiten, das FĂŒhren von Messern zu beschrĂ€nken. Es ist ihre Aufgabe, die bestehenden Regelungen konsequent umzusetzen." Die Unionsfraktion hĂ€lt die Reform des Waffengesetzes mit Blick auf die steigende Messergewalt fĂŒr lange ĂŒberfĂ€llig. "Entscheidend ist, dass wir die Kontrollmöglichkeiten der Polizei erhöhen", forderte Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Dazu gehörten unter anderem anlasslose Kontrollen und eine verbesserte Möglichkeit, unzulĂ€ssige Messer einzuziehen. "Die Bundesregierung muss dazu endlich der Polizei mehr Vertrauen entgegenbringen und ihre Befugnisse erweitern, anstatt diese stĂ€ndig zu gĂ€ngeln oder pauschal mit RassismusvorwĂŒrfen zu ĂŒberziehen." Der innenpolitische Sprecher der AfD, Gottfried Curio, kritisierte die geplanten Maßnahmen als "minimal-invasiv": "Dies hat nur zwei Ziele: AktivitĂ€t zu simulieren und vor allem den Elefanten im Raum totzuschweigen." Eine ins Land gekommene "Personenklientel" bringe "herkunftsbedingt eine problematische Verhaltenskultur mit." Die Linken-Abgeordnete Martina Renner verwies wie die FDP auf bereits bestehende Verbote. "Wie auch sonst im Waffenrecht gilt auch hier: das Problem liegt im Vollzug der schon bestehenden gesetzlichen Regelungen. Es braucht intensive PrĂ€ventionsarbeit, die Durchsetzung bestehender Gesetze und die Ächtung von Dominanz- und Machtvorstellungen der mĂ€nnlichen TĂ€ter."

@ dts-nachrichtenagentur.de