Rentenversicherung: Klose will Abgeordnete rasch einbeziehen
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie SPD-Rentenpolitikerin Annika Klose fordert, Abgeordnete, neue SelbststĂ€ndige und Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften kurzfristig in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. FĂŒr Bundestagsabgeordnete könne die Pflichtversicherung nach ihren Worten bereits mit Beginn der nĂ€chsten Legislaturperiode starten.
Klose wirbt fĂŒr breitere Beitragsbasis
âUnser Ziel ist eine Rentenversicherung, in die langfristig alle ErwerbstĂ€tigen einbezogen werdenâ, sagte Klose der âRheinischen Postâ. Eine breitere Finanzierungsbasis könne die gesetzliche Rentenversicherung stĂ€rken, die RentenbeitrĂ€ge senken und zugleich das Rentenniveau anheben, erklĂ€rte die renten- und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.
Die Einbeziehung von Abgeordneten, neuen SelbststÀndigen und Vorstandsmitgliedern von Aktiengesellschaften sei rechtlich einfach umsetzbar und könne zeitnah erfolgen. Klose ist Mitglied der Rentenkommission.
Beamtenversorgung soll zunÀchst angepasst werden
FĂŒr Beamte sei die rechtliche Ausgangslage komplexer, sagte Klose. Die Alterssicherungskommission empfehle deshalb zunĂ€chst, Reformen wirkungsgleich auf die Beamtenversorgung zu ĂŒbertragen.
Perspektivisch sollen nach Kloses Vorstellung aber auch Beamte in die ErwerbstÀtigenversicherung einbezogen werden. SPD-Chef Lars Klingbeil hatte eine Einbeziehung von Beamten ebenfalls gefordert.
Die Forderung zielt auf eine Ausweitung des versicherten Personenkreises. Bislang sind in der gesetzlichen Rentenversicherung vor allem abhĂ€ngig BeschĂ€ftigte pflichtversichert; fĂŒr andere Erwerbsgruppen gelten eigene Sicherungssysteme oder Ausnahmen. Eine Einbeziehung von Abgeordneten, neu SelbststĂ€ndigen und Vorstandsmitgliedern wĂŒrde die Finanzierung auf zusĂ€tzliche Beitragszahler stĂŒtzen, zugleich aber auch neue LeistungsansprĂŒche begrĂŒnden.
Die Debatte steht im Zusammenhang mit den Empfehlungen der Alterssicherungskommission. Diese hat ein BĂŒndel von Reformen vorgelegt, das neben einem gröĂeren Versichertenkreis auch VerĂ€nderungen beim Renteneintritt, der Rentenanpassung und eine zusĂ€tzliche kapitalgedeckte Vorsorge vorsieht. Die Kommission behandelt die Einbeziehung weiterer Gruppen damit nicht als isolierte MaĂnahme, sondern als Bestandteil einer umfassenderen Antwort auf den demografischen Wandel.
Beamte bleiben der schwierigste Reformschritt
Bei Beamten ist die Ausgangslage komplexer, weil ihre Altersversorgung auf verfassungsrechtlich geschĂŒtzten hergebrachten GrundsĂ€tzen beruht. Deshalb unterscheidet die politische Debatte zwischen einer wirkungsgleichen Ăbertragung von Reformen auf die Beamtenversorgung und einer vollstĂ€ndigen Einbeziehung in die gesetzliche Rentenversicherung. Kloses Vorschlag folgt diesem gestuften Ansatz: Kurzfristig sollen leichter umsetzbare Gruppen einbezogen werden, langfristig soll eine ErwerbstĂ€tigenversicherung entstehen.
FĂŒr Versicherte wĂ€re entscheidend, wie ĂbergĂ€nge, Beitragshöhen und bereits erworbene AnsprĂŒche geregelt wĂŒrden. Mehr Beitragszahler können die Einnahmebasis verbreitern, lösen allein jedoch weder die Alterung der Bevölkerung noch die langfristige Ausgabenentwicklung der Rentenversicherung.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: âKlingbeil: SelbststĂ€ndige und Beamte in gesetzliche Renteâ (28.09.2026)
Der Artikel bestĂ€tigt die politische StoĂrichtung einer Einbeziehung von SelbststĂ€ndigen, Politikern und perspektivisch neuen Beamten. Anders als Klose stellt er vor allem die Position von SPD-Chef Lars Klingbeil und den Bestandsschutz bei Beamten heraus.
FOCUS online: â46 Ăkonomen warnen Regierung vor Ănderungen an Rentenreformâ (29.09.2026)
Der Beitrag ordnet die Ausweitung des Versichertenkreises als einen von 33 Bausteinen der Rentenkommission ein. Sein Schwerpunkt liegt auf dem Appell von 46 Ăkonomen, das Reformpaket als Ganzes umzusetzen; die konkrete Forderung nach einer schnellen Einbeziehung von Abgeordneten und AG-VorstĂ€nden steht dort nicht im Mittelpunkt.
Gemeinsam ist den BeitrĂ€gen die Einordnung in die Reformarbeit der Rentenkommission. Unterschiede bestehen beim Fokus: WĂ€hrend der erste Artikel politische Forderungen und Ăbergangsfragen betont, stellt der zweite die Geschlossenheit des Gesamtpakets und den Streit ĂŒber weitere Reformbestandteile heraus.
