Bundespräsidentenwahl, Steinmeier-Nachfolge

Bundespräsidentin: SPD drängt nach Wahlen auf Kandidatin

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die SPD will die Gespräche über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier nach den Landtagswahlen beschleunigen und favorisiert eine Frau. Auch aus der Union kommt Unterstützung für eine weibliche Besetzung des höchsten Staatsamtes.

SPD drängt auf weibliche Kandidatin für Steinmeier-Nachfolge
Frank-Walter Steinmeier (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die SPD drängt nach den Landtagswahlen auf eine weibliche Nachfolgerin für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese sagte der „Rheinischen Post“, nun müsse die Suche nach einer Kandidatin für das Amt „auf die Zielgerade“ kommen.

Wiese fordert Frau im höchsten Staatsamt

„Es sollte eine Frau werden“, sagte Wiese. Die künftige Amtsinhaberin müsse besonnen handeln, über ein gutes Urteilsvermögen verfügen, Konflikte frühzeitig ansprechen und lösen können sowie ein gutes Standing auf internationaler Bühne haben.

Er wisse „beim besten Willen nicht, warum es nur Männer geben sollte, die diese Kriterien erfüllen“. Die Zeit sei reif für eine Bundespräsidentin, so der SPD-Politiker.

Unterstützung aus der Union

Auch Mechthild Heil, Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion, sprach sich für eine Frau im höchsten Staatsamt aus. Sie sei weiterhin überzeugt, dass nach 77 Jahren endlich eine Bundespräsidentin gewählt werden sollte.

Nach den Landtagswahlen sei klar, „wo die Mehrheiten für eine Kandidatur liegen“, sagte Heil der „Rheinischen Post“. Union und SPD verfügen trotz ihrer Verluste bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin über eine klare Mehrheit in der Bundesversammlung.

Aigner als mögliche Kandidatin

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Gespräche über die Nachfolge nach den Wahlen angekündigt. Als mögliche Kandidatin gilt Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU).

Die Wahl des Bundespräsidenten erfolgt durch die Bundesversammlung, die aus den Mitgliedern des Bundestags und einer gleich großen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern der Länder besteht. Dadurch wirken sich die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag und die Ergebnisse der Landtagswahlen unmittelbar auf die Suche nach einer gemeinsamen Kandidatur aus.

Die Forderung nach einer Frau zielt zugleich auf die bislang fehlende weibliche Besetzung des höchsten deutschen Staatsamtes. Seit der Gründung der Bundesrepublik waren ausschließlich Männer Bundespräsidenten. Eine Kandidatin müsste neben parteiübergreifender Zustimmung auch die erforderliche Mehrheit in der Bundesversammlung erreichen und das Amt über Parteigrenzen hinweg ausüben können.

Mehrheit von Union und SPD als Schlüssel

Union und SPD verfügen laut dts-Meldung trotz Verlusten bei den Landtagswahlen über eine klare Mehrheit in der Bundesversammlung. Damit kommt ihren Gesprächen eine zentrale Bedeutung zu: Eine gemeinsame Verständigung könnte die Wahl entscheidend prägen, während konkurrierende Vorschläge die Abstimmung erschweren würden.

Mit Ilse Aigner wird eine amtierende Landespolitikerin als mögliche Kandidatin genannt. Für die weitere Entwicklung ist deshalb maßgeblich, ob sich die Koalitionspartner auf eine Person einigen und ob diese auch außerhalb des Regierungsbündnisses Unterstützung findet. Die von Dirk Wiese und Mechthild Heil formulierten Kriterien – Besonnenheit, Urteilsvermögen und internationale Erfahrung – markieren dabei das politische Anforderungsprofil.

Disclaimer...

de | politik | 70185374 |