KommunalverbÀnde, EinschrÀnkung

KommunalverbÀnde fordern EinschrÀnkung des Familiennachzugs

06.12.2024 - 10:30:05

Die StÀdte und Gemeinden fordern einen hÀrteren Kurs in der Migrationspolitik - etwa durch eine strikte EinschrÀnkung des Familiennachzugs und die Abweisung von sogenannten Dublin-FÀllen direkt an der Grenze.

GegenĂŒber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" forderten KommunalverbĂ€nde unter anderem eine Begrenzung des Familiennachzugs allein auf HĂ€rtefĂ€lle sowie nur gegen Nachweis einer Wohnung, zudem die Abweisung von FlĂŒchtlingen aus DrittlĂ€ndern direkt an der Grenze und mehr Abschiebungen durch den Bund statt nur durch die LĂ€nder. "Wir erwarten von Bund und LĂ€ndern Signale und Maßnahmen, das Migrationsgeschehen zu ordnen, zu steuern und zu begrenzen", sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebundes, AndrĂ© Berghegger, dem RND. Dazu sollten auch schnellere RĂŒckfĂŒhrungen von sogenannten "Dublin-FĂ€llen" direkt durch den Bund gehören, forderte er. "DarĂŒber hinaus stellt fĂŒr viele Kommunen das Thema Familiennachzug eine große Herausforderung dar. Notwendig ist hier eine BeschrĂ€nkung auf HĂ€rtefĂ€lle", so Berghegger.

"Familiennachzug sollte nur gewĂ€hrt werden, wenn geeigneter Wohnraum nachgewiesen werden kann." Am Donnerstag und Freitag stand die Migrationspolitik auf der Tagesordnung der Herbstkonferenz der Innenminister und -senatoren von Bund und LĂ€ndern unter Leitung von Brandenburgs Innenminister Michael StĂŒbgen (CDU) im brandenburgischen Rheinsberg. In der kommenden Woche soll es auf der MinisterprĂ€sidentenkonferenz erneut beraten werden. In Rheinsberg hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sich unter anderem gegen "Scheindebatten" zur Asylpolitik ausgesprochen. Dagegen bezeichnete der Deutsche Landkreistag die Situation in den Kommunen weiterhin als "mehr als angespannt": "Die Menschen vor Ort nehmen sehr stark wahr, dass der Staat in vielfacher Hinsicht an seine Grenzen kommt", sagte der PrĂ€sident des Landkreistages und Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, Achim Brötel, dem RND. Es mangele vor allem an Sprachkursen, Kita- und SchulplĂ€tzen sowie in der medizinischen Versorgung. "Das mĂŒssen wir ernst nehmen und gegensteuern", forderte er. Der Landkreistagschef fĂŒgte hinzu: "Wir mĂŒssen alles unternehmen, um das Dublin-System wieder in Funktion zu setzen. Wenn dies nicht zeitnah gelingt, sollte Deutschland die Anwendung der Dublin-Regelungen fĂŒr sich vorĂŒbergehend aussetzen", so Brötel. "Asylsuchende, fĂŒr deren Antrag Deutschland nach den europĂ€ischen Regelungen nicht zustĂ€ndig ist, mĂŒssen bereits an den Grenzen in den fĂŒr sie zustĂ€ndigen EU-Mitgliedstaat zurĂŒckgewiesen werden." Außerdem sollten aus Sicht der Landkreise ausreisepflichtige Asylbewerber in zentralen Abschiebeeinrichtungen untergebracht werden, sagte der CDU-Politiker dem RND. "Auch mĂŒssen die LĂ€nder die Zahl der AbschiebehaftplĂ€tze deutlich erhöhen."

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