Steuereinnahmen, Bundesfinanzministerium

Steuereinnahmen steigen im August 2026 nur um 1,7 Prozent

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Steuereinnahmen des deutschen Staates sind im August nur leicht gestiegen, wĂ€hrend wichtige LĂ€ndersteuern rĂŒcklĂ€ufig waren. Das Bundesfinanzministerium verweist im Monatsbericht auf unterschiedliche Trends bei Lohn-, Unternehmens- und Verbrauchsteuern.

Steuereinnahmen im August moderat gestiegen
Finanzamt (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Steuereinnahmen des deutschen Staates sind im August um 1,7 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das geht aus dem neuen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor, der am Dienstag veröffentlicht wird.

Unterschiedliche Entwicklung bei den Bundessteuern

Aufkommensanstiege verzeichneten dabei die Lohnsteuer, die Abgeltungsteuer auf Zins- und VerĂ€ußerungsertrĂ€ge sowie die Umsatzsteuern. Dagegen lag das Ergebnis bei den nicht veranlagten Steuern vom Ertrag sowie vor allem bei der veranlagten Einkommensteuer und der Körperschaftsteuer niedriger als im Vorjahresmonat.

Unter den weiteren aufkommensstarken Bundesteuern verzeichneten im Berichtsmonat auch der SolidaritĂ€tszuschlag, die Tabaksteuer und die Kfz-Steuer RĂŒckgĂ€nge. DemgegenĂŒber erhöhten sich die Einnahmen aus der Stromsteuer und der Versicherungssteuer gegenĂŒber August 2025.

Einfluss der gesenkten Energiesteuer auf Kraftstoffe

Die temporÀre Senkung der EnergiesteuersÀtze auf Kraftstoffe in den Monaten Mai und Juni wirkte sich nach EinschÀtzung des Ministeriums aufgrund des Zeitverzugs zwischen Steuerentstehung und Kassenverbuchung auch im August noch auf das Steueraufkommen aus. Die geringeren SÀtze schlagen damit zeitlich nachlaufend in den Einnahmen des Bundes durch.

LĂ€ndersteuern mit deutlichen RĂŒckgĂ€ngen

Die Einnahmen aus den LĂ€ndersteuern waren im August 2026 im Vorjahresvergleich um 3,2 Prozent rĂŒcklĂ€ufig. Bei der Erbschaftsteuer, die in der Monatsbetrachtung grundsĂ€tzlich eine hohe EinnahmevolatilitĂ€t aufweist, ergab sich ein RĂŒckgang gegenĂŒber August 2025 um 7,9 Prozent.

Das Aufkommen aus der Grunderwerbsteuer, der zweiten aufkommensstarken LĂ€ndersteuer, lag laut Monatsbericht um 2,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die LĂ€nder verzeichneten damit im August insgesamt geringere eigene SteuerzuflĂŒsse.

Der Anstieg der Steuereinnahmen im August um 1,7 Prozent zeigt eine leichte, aber keine dynamische Erholung der staatlichen Einnahmen. WĂ€hrend wichtige Gemeinschaftsteuern wie die Lohn- und Umsatzsteuer zulegen, bleiben andere große Ertragsteuern hinter dem Vorjahr zurĂŒck. Das deutet auf eine gemischte konjunkturelle Lage hin: BeschĂ€ftigung und Konsum wirken stabil, Unternehmensgewinne und bestimmte KapitaleinkĂŒnfte offenbar weniger.

Struktur der Einnahmen und Einfluss des Tankrabatts

Besonders auffĂ€llig ist, dass die veranlagte Einkommensteuer und die Körperschaftsteuer unter dem Vorjahresniveau liegen. Das spricht dafĂŒr, dass Gewinne und zu veranlagende Einkommen nicht im gleichen Tempo wachsen wie der lohnbezogene Teil der Steuereinnahmen. Zugleich mindern RĂŒckgĂ€nge beim SolidaritĂ€tszuschlag, bei der Tabaksteuer und der Kfz-Steuer die Aufkommensdynamik – hier spielen verĂ€ndertes Konsumverhalten und Strukturwandel im Verkehr eine Rolle.

Hinzu kommt der zeitlich versetzte Einfluss der temporÀren Senkung der EnergiesteuersÀtze auf Kraftstoffe in den Monaten Mai und Juni. Da zwischen Steuerentstehung und Kassenverbuchung ein Verzug besteht, wirkt dieses Entlastungsinstrument die Einnahmen des Staates auch im August noch nach unten. Damit zeigt sich, dass kurzfristige Entlastungspakete an der ZapfsÀule direkt im Steueraufkommen sichtbar werden und den Spielraum des Bundes begrenzen.

Belastungsprobe fĂŒr LĂ€nderhaushalte

Die um 3,2 Prozent rĂŒcklĂ€ufigen LĂ€ndersteuern markieren eine deutlich kritischere Entwicklung fĂŒr die Haushalte der BundeslĂ€nder. Der krĂ€ftige RĂŒckgang der volatilen Erbschaftsteuer und das Minus bei der Grunderwerbsteuer deuten darauf hin, dass sowohl grĂ¶ĂŸere VermögensĂŒbertragungen als auch Immobilientransaktionen im August schwĂ€cher ausfielen. FĂŒr die LĂ€nder ist das besonders sensibel, weil diese Steuern fĂŒr Investitionen in Infrastruktur, Bildung und öffentliche Dienstleistungen wichtig sind. Insgesamt weist der Bericht damit auf eine Phase moderater, aber strukturell ungleich verteilter Einnahmen hin.

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