GewalttÀter, Eritrea

GewalttÀter aus Eritrea: Abschiebung trotz Verfolgung?

06.03.2024 - 10:38:51

Die Stuttgarter Krawalle junger MĂ€nner aus Eritrea sorgten bundesweit fĂŒr Aufsehen. Nach dem ersten Urteil bemĂŒhen sich die Behörden, dass einer der Schuldigen möglichst bald das Land verlĂ€sst.

Nach der Haftstrafe wegen seiner Teilnahme an Ausschreitungen bei einer Eritrea-Veranstaltung in Stuttgart will sich Baden-WĂŒrttemberg um die Abschiebung des Mannes in sein afrikanisches Heimatland bemĂŒhen.

Der 29-JĂ€hrige war am vergangenen Donnerstag wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und gefĂ€hrlicher Körperverletzung vom Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. WĂ€hrend der gewalttĂ€tigen Proteste im September soll er einen Bauzaun-Betonfuß und einen mehr als drei Kilogramm schweren Pflasterstein geworfen haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.

Abschiebungen nach Eritrea aktuell nicht möglich

Die Chancen auf eine schnelle Abschiebung stehen allerdings eher schlecht. Eritrea gehört zu den Àrmsten LÀndern der Welt, es gilt als eine der brutalsten Diktaturen und jede Opposition ist verboten. Der verurteilte Mann ist AnhÀnger der Regimekritiker. Deshalb sind Abschiebungen nach Eritrea wegen politischer Verfolgung und der Menschenrechtslage aktuell nicht möglich.

Das baden-wĂŒrttembergische Justizministerium hat sich nach eigenen Angaben von Mittwoch dennoch an das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge gewandt und ein Widerrufsverfahren angeregt. Ziel sei es, das Abschiebungsverbot zu ĂŒberprĂŒfen und gegebenenfalls widerrufen zu können.

Im vergangenen September hatten bis zu 200 junge Regimegegner mit Dachlatten und Stangen gegen die Veranstaltung im Stuttgarter Römerkastell demonstriert, weil die Teilnehmer ihrer Ansicht nach dem diktatorischen Regime in Afrika nahestanden. Sie warfen Steine und Flaschen auf Polizistinnen und Polizisten und sorgten damit bundesweit fĂŒr Aufsehen und Schrecken. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden 39 Polizeibeamtinnen und -beamte verletzt, einige von ihnen schwer.

@ dpa.de