Infrastruktur, VW

IT-Störung bei Volkswagen - Mehrere Werke lahmgelegt

27.09.2023 - 20:44:38

Die Ursache ist zunĂ€chst nicht bekannt, der Wolfsburger Autobauer hat einen Krisenstab einberufen. Nach einer Cyberattacke von außen sieht es nicht aus. Mehrere Werke können nicht arbeiten.

Eine IT-Störung hat die zentrale Infrastruktur des Volkswagen-Konzerns lahmgelegt. Die Produktion in mehreren Werken stehe still, bestÀtigte am Abend ein Konzernsprecher.

«Wir können eine IT-Störung von Netzwerkkomponenten am Standort Wolfsburg bestĂ€tigen», sagte der Sprecher. Die vier fahrzeugproduzierenden Werke in Deutschland stĂŒnden momentan still - also Wolfsburg, Emden, Zwickau und OsnabrĂŒck. Auch die Komponentenwerke in Kassel, Braunschweig und Salzgitter seien betroffen: «Die Störung besteht seit 12.30 Uhr und wird aktuell analysiert. Es gibt Implikationen auf fahrzeugproduzierende Werke.»

Auch die VW-Tochter Audi ist von der IT-Störung betroffen, wie eine Audi-Sprecherin am Abend auf Anfrage der dpa sagte. In welchem Umfang das der Fall sei, werde noch untersucht.

Krisenstab einberufen

Zu Auswirkungen im Ausland konnte der Konzernsprecher zunĂ€chst nichts sagen. Derzeit sehe es nicht nach einem Angriff von außen aus, hieß es am Abend weiter. Wann das Problem behoben sein werde und die Produktion wieder laufe, sei noch nicht abzuschĂ€tzen. Zuvor hatte darĂŒber das «Handelsblatt» berichtet. Demnach wurde ein Krisenstab einberufen.

Ende August war der VW-Rivale Toyota von einem Totalausfall betroffen. Bei dem japanischen Autoriesen hatten technische Probleme fĂŒr etwa einen Tag zu einem kompletten Produktionsausfall in Japan gefĂŒhrt. Schuld gewesen sei ein Fehler im System zur Verwaltung der Teilebestellung. SpĂ€ter hieß es, Ursache sei unzureichender Speicherplatz auf Servern gewesen. Bei dem Vorfall habe es sich nicht um einen Cyberangriff gehandelt, wurde betont.

Toyota hatte erst im MĂ€rz vergangenen Jahres alle seine Werke schließen mĂŒssen, nachdem sein inlĂ€ndischer Zulieferer Kojima Industries einen durch einen Cyberangriff verursachten Systemausfall erlitten hatte. Auch dabei waren alle 28 Produktionslinien von Toyota in den 14 Fabriken betroffen, was die Produktion von etwa 13 000 Fahrzeugen beeintrĂ€chtigte. Der Konzern war außerdem gezwungen, im Juli einen Teil seines Betriebs vorĂŒbergehend einzustellen, nachdem ein Cyberangriff auf ein Computersystem im Hafen von Nagoya, einem Drehkreuz von Toyota, die Hafendienste zwei Tage unterbrochen hatte.

@ dpa.de