Gericht stoppt US-Zölle â Abwarten in Berlin und BrĂŒssel
29.05.2025 - 12:42:35Nach der aufsehenerregenden Entscheidung eines US-Bundesgerichts gegen die Zollpolitik von PrĂ€sident Donald Trump bleibt die Situation unĂŒbersichtlich. WĂ€hrend die Regierung in Washington umgehend Berufung einlegte, Ă€uĂerten sich sowohl die EuropĂ€ische Union als auch die Bundesregierung zurĂŒckhaltend. Die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Gerichtsentscheidung sind derzeit kaum absehbar.
Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums erklĂ€rte in Berlin, man könne laufende gerichtliche Verfahren in den USA nicht kommentieren. «Wir setzen weiter darauf, dass eine fĂŒr beide Seiten gute Lösung in den Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und der US-Regierung erzielt werden kann», hieĂ es.
Auch die fĂŒr Handelspolitik zustĂ€ndige EU-Kommission wollte die Gerichtsentscheidung zunĂ€chst nicht kommentieren. Sie verhandelt derzeit mit der US-Regierung ĂŒber einen möglichen Deal zur gegenseitigen Aufhebung von Zöllen und anderen HandelsbeschrĂ€nkungen.
US-Gericht untersagt Berufung auf Notstandsgesetz
Das Bundesgericht fĂŒr internationalen Handel in New York hatte Trumps Regierung untersagt, weitreichende Zölle unter Berufung auf ein Notstandsgesetz zu verhĂ€ngen. Damit erleidet Trumps Konfrontationskurs in der Handelspolitik einen herben RĂŒckschlag.
Die Richter entschieden, dass die Berufung auf ein Gesetz aus dem Jahr 1977, um ein nationales Sicherheitsrisiko durch Handelsdefizite zu begrĂŒnden, nicht rechtens sei. Die Entscheidung betrifft fast alle von Trumps Regierung erlassenen Zölle â darunter jene Strafabgaben, die der Republikaner am von ihm so bezeichneten «Tag der Befreiung» Anfang April verhĂ€ngt hatte, aber auch bestimmte Zölle auf Waren aus Kanada, Mexiko und China.
Die US-Regierung kritisierte die Entscheidung scharf. Kush Desai, ein Sprecher des WeiĂen Hauses, erklĂ€rte, Handelsdefizite gefĂ€hrdeten amerikanische Gemeinden und die Verteidigungsindustrie. Nicht gewĂ€hlte Richter hĂ€tten nicht zu entscheiden, wie man mit einem nationalen Notstand umgehe.
Mehrere Klagen gegen Trumps Strafabgaben
Trumps Zölle haben weltweit fĂŒr Irritationen gesorgt. Sie wurden als einseitige Eskalation der internationalen Handelskonflikte gesehen und belasteten die FinanzmĂ€rkte erheblich. Besonders die EuropĂ€ische Union und China stehen im Zentrum von Trumps handelspolitischen MaĂnahmen. Mit Strafzöllen von bis zu 50 Prozent drohte Trump zuletzt der EU â diese wurden jedoch kurzzeitig erneut ausgesetzt, um Raum fĂŒr Verhandlungen zu schaffen.
Mehrere US-Bundesstaaten und weitere KlÀger hatten gegen Trumps Dekrete geklagt. Zehn der klagenden Staaten werden von Demokraten regiert, zwei von Republikanern. Sie warfen dem PrÀsidenten vor, seine Zollpolitik launenhaft und ohne parlamentarische Kontrolle zu gestalten.
Obwohl die Entscheidung eine klare Niederlage fĂŒr Trump darstellt, ist sie nicht das Ende des Rechtsstreits: Der Fall wird aller Voraussicht nach durch die Instanzen gehen. Beobachter schlieĂen nicht aus, dass ein Berufungsgericht die MaĂnahmen vorlĂ€ufig wieder in Kraft setzt. Bis dahin bleibt die handelspolitische Lage angespannt.





