Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht Personalschlüssel in Pflegeheimen skeptisch

24.02.2020 - 07:34:52 | ad-hoc-news.de

Die von Gesundheitsminister Spahn geplante Personalregelung in Alten- und Pflegeheimen wird vom IW als kontraproduktiv kritisiert.

Krankenhaus - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Krankenhaus - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Zur Verbesserung der Arbeits- und Betreuungssituation in Alten- und Pflegeheimen, sieht das neue Pflegegesetz eine Verbesserung und Aufstockung des Personals vor. Der Personalschlüssel, der das Verhältnis von Betreuungskräften und betreuten Personen festlegt, soll deutlich angehoben werden. Damit ist für die Betreiber von Altenheimen ein Nachweis über entsprechend qualifiziertes Fachpersonals notwendig, wenn Pflegeplätze eingerichtet werden. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) bezweifelt aus der Sicht der Betreiber die praktische Umsetzbarkeit dieser neuen bundeseinheitlichen Regelungen. Der aktuelle Fachkräftemangel im Pflegebereich, macht des schwierig, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, beklagt das IW in einer aktuellen Studie, von der die „Rheinischen Post“ berichtet. Wenn die Personalrichtlinien umgesetzt werden, würde dies für viele Altenheime bedeuten, dass sie die Anzahlt der Pflegeplätze reduzieren müssten, oder gar ganz schließen müssten. Damit erreicht das Pflegegesetz genau das Gegenteil von dem, was eigentlich beabsichtigt ist, warnen die Wirtschaftsexperten. Sie fordern eine flexiblere Handhabung der Gesetzesvorgaben. Eine attraktivere Gestaltung der Arbeitsbedingungen und eine Verbesserung der Situation für die Heimbewohner ist für das IW nicht nur eine Frage des Personalschlüssels. Ein großes Potential liegt in der effektiveren Gestaltung der Arbeitsabläufe und in einer Umstrukturierung innerhalb der Einrichtungen, so das IW. Das Ziel der Reform der Pflege, muss ein Ausbau der Heimkapazitäten sein, der mit einer gleichzeitigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen einher geht. Die Erhöhung der Pflegekapazitäten ist aufgrund des demographischen Wandels der Gesellschaft notwendig. Deshalb muss den Betreibern, die Möglichkeit zu einem flexiblen Umgang mit den gesetzlichen Regelungen geboten werden. Anlass der Studie des IW, die von dem Bremer Pflegexperten Heinz Rothgang durchgeführt wurde, ist eine Konferenz der Pflegebranche, auf der die von Gesundheitsminister Spahn beabsichtigten Veränderungen beraten werden. Die Fachkonferenz setzt sich dabei vor allem mit den geplanten neuen Personalanforderungen in der Pflege und den Folgen für die Branche auseinander.

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