Ukraine, Mobilmachungsgesetz

Ukraine ringt weiter um ein verschÀrftes Mobilmachungsgesetz

11.01.2024 - 18:22:27

Die von Russland angegriffene Ukraine ringt weiter um ein verschĂ€rftes Gesetz, das die Rekrutierung dringend benötigter Soldaten fĂŒr die Front ermöglichen soll.

Einen ersten Entwurf gab das Parlament am Donnerstag erst einmal wieder an die Regierung zurĂŒck. "Einige Positionen verletzen direkt die Menschenrechte und andere sind nicht optimal formuliert", schrieb der Fraktionschef der PrĂ€sidentenpartei "Diener des Volkes", David Arachamija, auf Telegram. Verteidigungsminister Rustem Umjerow erklĂ€rte wenig spĂ€ter, eine neue Version sei bereits ausgearbeitet und werde demnĂ€chst vorgelegt.

Der ursprĂŒngliche Entwurf war dem Parlament kurz nach Weihnachten von Regierungschef Denys Schmyhal vorgelegt worden. Erwartet worden war daraufhin, dass das Gesetz in dieser Woche in erster Lesung verabschiedet wĂŒrde. Das Dokument sah unter anderem eine Absenkung des Reservistenalters um zwei Jahre von 27 auf 25 vor, wodurch die Armee Zugriff auf zwei weitere JahrgĂ€nge bekommen hĂ€tte. Zudem sollte der Druck fĂŒr wehrpflichtige MĂ€nner erhöht werden, sich im Wehrregister zu registrieren.

Die Ukraine wehrt seit knapp zwei Jahren eine großangelegte russische Invasion ab. Seitdem gilt eine allgemeine Mobilmachung. MĂ€nnern im Alter zwischen 18 und 60 Jahren wird eine Ausreise nur in AusnahmefĂ€llen erlaubt. Zehntausende Wehrpflichtige sind seitdem illegal ĂŒber die "grĂŒne Grenze" oder mit gefĂ€lschten Dokumenten aus dem Kriegsland geflohen. Angesichts der anhaltenden KĂ€mpfe und der Verluste hat die ukrainische Armee einen Mobilisierungsbedarf von einer halben Million Soldaten angemeldet, wie PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj kĂŒrzlich bekannt gab.

@ dpa.de