Bundespräsidentin: Unions-Frauen drängen auf Kandidatin für 2027
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Debatte über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nimmt nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wieder Fahrt auf. Mechthild Heil, Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion im Bundestag, fordert erneut eine Kandidatin für das höchste Staatsamt.
Heil wirbt für eine Bundespräsidentin
„Natürlich bin ich immer noch überzeugt, dass eine Frau nach 77 Jahren endlich als Bundespräsidentin gewählt werden sollte“, sagte die CDU-Politikerin der „Rheinischen Post“ für deren Freitagsausgabe.
Der Zeitpunkt der endgültigen Kandidatenentscheidung sei weiterhin offen, sagte Heil. Nach den jüngsten Landtagswahlen stehe nun jedoch fest, wie viele Wahlleute aus den Ländern in die Bundesversammlung entsandt werden könnten.
Ilse Aigner als mögliche Kandidatin genannt
Damit werde auch deutlicher, wo die Mehrheiten für eine Kandidatur liegen könnten, so Heil weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte angekündigt, nach den Wahlen im September Gespräche über die Nachfolge Steinmeiers zu führen.
Als mögliche Kandidatin wird wiederholt die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner von der CSU genannt. Die Bundesversammlung soll am 30. Januar über Steinmeiers Nachfolgerin oder Nachfolger entscheiden.
Die Wahl des Bundespräsidenten ist eine Entscheidung der Bundesversammlung. Sie setzt sich aus den Mitgliedern des Bundestages und einer gleich großen Zahl von Vertreterinnen und Vertretern der Länder zusammen, die von den Landesparlamenten gewählt werden. Die Ergebnisse der Landtagswahlen verändern deshalb die parteipolitische Zusammensetzung dieses Gremiums, auch wenn die Bundesversammlung erst am 30. Januar zusammentritt.
Für die Union ist die Frage nach einer Kandidatur eng mit den Mehrheitsverhältnissen im Bundestag und in den Ländern verbunden. Eine eigene Bewerberin müsste nicht nur innerhalb von CDU und CSU Unterstützung finden, sondern auch in der Bundesversammlung eine Mehrheit erreichen. Die Äußerung von Mechthild Heil erhöht damit den politischen Druck, die Personalentscheidung frühzeitig zu klären.
Entscheidung über Nachfolge steht bevor
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier scheidet nach seiner zweiten Amtszeit aus dem Amt. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Gespräche über die Nachfolge nach den Septemberwahlen angekündigt. Als mögliche Kandidatin wird in der politischen Debatte die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner genannt; eine endgültige Entscheidung ist nach der Meldung noch nicht gefallen.
Eine Kandidatur einer Frau hätte zudem eine überparteiliche und gesellschaftspolitische Bedeutung, weil das Amt bislang ausschließlich von Männern ausgeübt wurde. Entscheidend bleibt jedoch, ob sich ein konkreter Personalvorschlag mit den erforderlichen Stimmen in der Bundesversammlung verbinden lässt.
