Linke, Flagge

Berliner Linke fĂŒr palĂ€stinensische Flagge vor Rotem Rathaus

28.07.2025 - 05:00:00

Die Vorsitzenden der Berliner Linkspartei plĂ€dieren dafĂŒr, vor dem Roten Rathaus und anderen öffentlichen GebĂ€uden neben der israelischen auch die palĂ€stinensische Flagge aufzuhĂ€ngen.

"Um ein klares Signal der Anteilnahme mit allen, die unter diesem Krieg leiden, zu senden, fÀnde ich es sinnvoll, neben der israelischen Flagge auch die palÀstinensische Flagge zu hissen", sagte die Co-Vorsitzende Kerstin Wolter dem Tagesspiegel (Montagsausgabe). Das wÀre aus ihrer Sicht Symbolpolitik, die alle Betroffenen in den Blick nehme. "Und genau das passiert aktuell nicht", sagte sie. Die Linksfraktion in Berlin-Mitte hatte im Juni gefordert, die Israelflagge vor dem Roten Rathaus und anderen öffentlichen GebÀuden abzuhÀngen.

Einen entsprechenden Antrag hatte die Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht. Darin hieß es, das Bezirksamt solle sich beim Senat dafĂŒr einsetzen, dass die israelische Nationalflagge "aus RĂŒcksicht" auf palĂ€stinensische Berliner und "aus SolidaritĂ€t mit der Zivilbevölkerung im Gazastreifen und in PalĂ€stina" vor öffentlichen GebĂ€uden wie dem Roten Rathaus abgehĂ€ngt werde. Berlins Regierender BĂŒrgermeister Kai Wegner (CDU) hatte diese Forderung entschieden zurĂŒckgewiesen und der Linkspartei empfohlen, sich mit ihrer "verstörenden Haltung zum Antisemitismus" auseinanderzusetzen. Der Forderung, die Israelflagge abzuhĂ€ngen, schloss sich Wolter, die seit Mai Parteivorsitzende ist, nicht an. "Wenn die israelische Flagge symbolisch dafĂŒr steht, dass alle Geiseln endlich aus der Gefangenschaft der Hamas befreit werden mĂŒssen, unterstĂŒtzen wir das vollkommen", sagte sie. Gleichzeitig könne sie verstehen, dass Menschen in Berlin die Botschaft des BĂŒrgermeisters angesichts der Kriegsverbrechen der israelischen Regierung im Gazastreifen als "einseitig" empfĂ€nden. "Die Position der Linke ist, dass wir Menschenrechtsverbrechen nicht mit zweierlei Maß messen", ergĂ€nzte sie. Ihr Co-Vorsitzender Maximilian Schirmer sagte, die Anerkennung des Existenzrechts Israels und die Verurteilung des Hamas-Angriffs auf Israel seien "sehr klare" Beschlusslagen der Partei. "Eine Anerkennung des Leids, das im Gazastreifen passiert, stellt dazu keinen Widerspruch dar."

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