Ukraine, Russland

Makejew sieht neue QualitÀt der Kooperation mit Deutschland

19.05.2026 - 07:31:23 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Weigerung der alten wie der neuen Bundesregierung, der von Russland angegriffenen Ukraine Taurus-Marschflugkörper der Bundeswehr mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern zur VerfĂŒgung zu stellen, ist aus Sicht ihres Botschafters in Deutschland nicht lĂ€nger kriegsentscheidend."Wir verfĂŒgen nun schon lĂ€nger ĂŒber eigene FĂ€higkeiten dieser Art, erreichen mit Drohnen und Marschflugkörpern jetzt Ziele von 1.500 bis 2.000 Kilometern tief im russischen Hinterland", sagte der Diplomat Oleksij Makejew dem "Tagesspiegel".

Oleksij Makejew (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Oleksij Makejew (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das deutsche Modell wĂ€re aus seiner Sicht zwar fĂŒr bestimmte militĂ€rische Ziele besonders gut geeignet: "Trotzdem hat sich die Diskussion durch unsere eigenen Innovationen verĂ€ndert. Wir Ukrainer sind nicht mehr so dringend auf Taurus angewiesen."

Perspektivisch kann eine gemeinsame Produktion mit deutschen und anderen europĂ€ischen Unternehmen nach Ansicht Makejews "die Tomahawks ersetzen", die nach einer AnkĂŒndigung der US-Regierung nicht mehr in Deutschland stationiert werden sollen. Dies zeige nun allen, so der Botschafter, "dass das deutsch-ukrainische VerhĂ€ltnis kein einseitiges ist" und sein Land ein attraktiver VerbĂŒndeter sei: "EU und Nato merken zunehmend, dass sie die Ukraine mit ihren militĂ€rischen Möglichkeiten dringend brauchen, um Russland auf dem europĂ€ischen Kontinent in Schach zu halten."

Obwohl Details der deutschen UnterstĂŒtzung der Ukraine nicht mehr öffentlich kommuniziert werden, hat die neue Bundesregierung diese laut Makejew "quantitativ wie qualitativ erhöht". Aus Deutschland bekomme sein Land "mehr MilitĂ€rhilfe als je zuvor".

Die gemeinsamen Verteidigungsanstrengungen sieht der Botschafter durch erfolgreiche Moskauer Propaganda bedroht. "Mir tut weh zu sehen, wie die Russen ĂŒber linke und rechte Agenten den politischen Diskurs nicht nur in Deutschland gezielt vergiften", sagte er dem "Tagesspiegel" weiter: "Wir wissen, dass manche Politiker im Bundestag vom Kreml bezahlt werden." Er schaue "als EuropĂ€er und Demokrat" vor diesem Hintergrund "mit großer Sorge auf Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern". Er hoffe sehr, dass sich dort "Demokratie und Freiheit durchsetzen und nicht die von auslĂ€ndischen Autokraten unterstĂŒtzten KrĂ€fte".

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