Zahl, Einreisen

Zahl illegaler Einreisen auf hohem Niveau leicht rĂŒcklĂ€ufig

13.11.2023 - 16:40:41

Die Zahlen illegaler Migration nach Deutschland gehen leicht zurĂŒck, bleiben allerdings weiterhin auf dem Niveau der Jahre 2015 und 2016.

Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Alexander Throm (CDU) an das Bundesinnenministerium hervor, ĂŒber die die "Welt" berichtet. Demnach stellte die Bundespolizei im Oktober 17.146 unerlaubte Einreisen in die Bundesrepublik fest, damit sank die Zahl gegenĂŒber dem September (21.365 Feststellungen) zwar leicht, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurde allerdings ein Anstieg von 54 Prozent verzeichnet.

Mit insgesamt 109.265 festgestellten Personen zum Stichtag 31. Oktober 2023 sind mehr Menschen unerlaubt eingereist als im gesamten Jahr 2022 (91.968). Damit wird der Wert von 2016 - 111.843 - in 2023 wohl ĂŒbertroffen werden. Am hĂ€ufigsten wurden Personen an den Grenzen zu Österreich (6.528), Polen (4.415), Tschechien (3.505) und der Schweiz (1.889) aufgegriffen. Wie diese Zeitung weiter schreibt, wurden zudem rund 4.900 Migranten im Inland - beispielsweise an Bahnhöfen oder FlughĂ€fen - wegen unerlaubten Aufenthalts aufgegriffen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte aufgrund des anhaltend hohen Migrationsdrucks im Oktober stationĂ€re Grenzkontrollen zu Polen, Tschechien und zur Schweiz eingefĂŒhrt. Zuvor gab es lediglich an der Grenze zwischen Bayern und Österreich stationĂ€re Kontrollen, die bereits seit 2015 halbjĂ€hrlich verlĂ€ngert werden. Seit dem 16. Oktober wurden laut der "Welt" insgesamt rund 4.000 Personen an diesen vier Grenzabschnitten zurĂŒckgewiesen, durften also nicht in die Bundesrepublik einreisen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2022 war an der Grenze zu Österreich 14.500 Migranten die Einreise untersagt worden. "Die aktuellen ZurĂŒckweisungszahlen zeigen, dass Grenzkontrollen wirken - auch wenn die Bundesinnenministerin anderes behauptet", sagte Throm. Zugleich fordert er: "Einen wirklichen Durchbruch werden wir aber nur erreichen, wenn wir endlich auch diejenigen zurĂŒckweisen, die bereits in anderen Mitgliedstaaten AsylantrĂ€ge gestellt haben." Denn die "weiter sehr hohe Zahl unerlaubter Einreisen" zeige, dass "die Migrationskrise" andauere. "Die Bundesregierung handelt nach wie vor viel zu wenig und viel zu zögerlich. Selbst die BeschlĂŒsse vom FlĂŒchtlingsgipfel im Mai 2023 sind noch nicht vollstĂ€ndig umgesetzt", kritisierte der CDU-Politiker. Heiko Teggatz, Chef der Deutschen Bundespolizeigewerkschaft, sagte: "Eines steht fest, seit den EinfĂŒhrungen von weiteren Grenzkontrollen sind die Zahlen zum ersten Mal in diesem Jahr rĂŒcklĂ€ufig. Wenn die Bundesinnenministerin schon auf unsere Forderung Anfang 2022 gehört hĂ€tte - nĂ€mlich als die Migration stark zu steigen begann, dann hĂ€tte man sehr wahrscheinlich eine gewisse Überlastung in Kommunen und LĂ€ndern verhindern können." Auch der Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, lobte die Wirksamkeit der neuen Maßnahmen: "Als ein Teil des Gesamtkonzepts sind die angeordneten Grenzkontrollen im Zusammenspiel erfreulich wirksam." Durch "verstĂ€rkt gemeinsame Streifen von Bundespolizei und den Grenzpolizeien auf polnischem und tschechischem Staatsgebiet" seien nun ZurĂŒckweisungen möglich. Es sei gut, dass Faeser in diesem Rahmen mit stationĂ€ren Kontrollen "ein weiteres effektives Instrument zur EindĂ€mmung der irregulĂ€ren Migration" zur Hand habe und lageangepasst nutze, so Wiese.

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