Musk: Zeit in Washington ist vorbei
29.05.2025 - 05:53:44 | dpa.deSein Einsatz als "besonderer Regierungsangestellter" gehe "planmĂ€Ăig" zu Ende, schrieb Musk bei seiner Online-Plattform X. Dieser Status ist nach US-Regeln auf 130 Tage begrenzt. Damit war im Prinzip klar, dass Musk die Position Ende Mai aufgeben mĂŒsste. Zugleich soll im Umfeld von US-PrĂ€sident Donald Trump nach Medienberichten zeitweise erwogen worden sein, die Frist durch Teilzeit zu verlĂ€ngern.
"Wir mĂŒssen ihn gehen lassen"
Allerdings ist Musks Rolle als Berater von Trump schon seit Wochen stark reduziert. Er kĂŒndigte vor gut einem Monat an, dass er ab Mai "erheblich" weniger Zeit als Trumps Kostensenker im Regierungsapparat verbringen werde. Stattdessen werde er sich wieder mehr um die Belange des von ihm gefĂŒhrten Elektroauto-Herstellers Tesla US88160R1014 kĂŒmmern. Zugleich sagte Musk, er wolle einen oder zwei Tage pro Woche weiterhin mit Regierungsaufgaben beschĂ€ftigt sein - wenn Trump das wolle.
Der PrĂ€sident versuchte nicht, Musk aufzuhalten: Man mĂŒsse ihn gehen lassen, damit er sich wieder um Autos und Raketen seiner Raumfahrtfirma SpaceX kĂŒmmern könne, sagte Trump damals.
160 Milliarden Dollar eingespart?
Musk wurde zum Gesicht von Trumps Kostensenkungen im Regierungsapparat - auch wenn er formell nicht das dafĂŒr gebildete Gremium Doge fĂŒhrte, wie das WeiĂe Haus in Gerichtsunterlagen festhielt. Bei X dankte Musk Trump "fĂŒr die Möglichkeit, verschwenderische Ausgaben zu kĂŒrzen". Nach eigenen Angaben sparte Doge rund 160 Milliarden Dollar ein. Doch diese Zahl wird von Kritikern in Frage gestellt. Sie sprechen unter anderem davon, dass einiges doppelt gezĂ€hlt - oder noch vor Doge eingespart worden sei. Musk hatte im Wahlkampf davon gesprochen, Kosten von zwei Billionen Dollar einzusparen.
Entwicklungshilfe im HolzhÀcksler
Musk wurde durch sein Vorgehen in Washington unpopulĂ€rer. Ein anderer Tech-MilliardĂ€r - Microsoft US5949181045-GrĂŒnder Bill Gates - warf ihm sogar vor, er werde fĂŒr den zukĂŒnftigen Tod von Millionen Kindern in Ă€rmeren LĂ€ndern verantwortlich sein. Musk hatte sich damit gebrĂŒstet, an einem Wochenende die US-Entwicklungshilfe-Organisation USAID in den "HolzhĂ€cksler" geworfen zu haben. Neben Musks rechten politischen Ansichten waren die AktivitĂ€ten in Washington ein weiterer Grund vor allem fĂŒr einige US-KĂ€ufer, keine Teslas mehr zu kaufen.
Musk hatte mehr als 250 Millionen Dollar in Trumps Wahlkampf gesteckt und war zu einem Vertrauten geworden. Am Anfang der Amtszeit von Trump war Musk hĂ€ufig neben dem PrĂ€sidenten zu sehen. Ein Einschnitt war aber die Abstimmung ĂŒber einen wichtigen Richterposten im Bundesstaat Wisconsin. Musk stĂŒrzte sich in den Wahlkampf - doch der von ihm unterstĂŒtzte Kandidat der Republikaner verlor. Einige Beobachter meinten, dass Musks Hilfe eher den gegenteiligen Effekt hatte.
AuĂerdem gab es Konflikte mit Regierungsmitgliedern - die Musk verlor. Nach Medienberichten sollen er und Finanzminister Scott Bessent sich im WeiĂen Haus so heftig angebrĂŒllt haben, dass Mitarbeiter dazwischengehen mussten.
Vorsichtige Kritik von Musk
Mit Ablauf der Zeit in Washington kommen von Musk nun erste Worte der Kritik. So sagte er in einem Interview des Senders CBS, er sei "enttĂ€uscht" ĂŒber das vom PrĂ€sidenten im ReprĂ€sentantenhaus durchgedrĂŒckte Gesetzespaket mit erheblichen Steuersenkungen. Es untergrabe die Kostensenkungen von Doge, argumentierte Musk.
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